53_Saugeil!

Heute Früh weckte uns die Sonne. Aber bis wir endlich unseren Saustall eingepackt hatten, war der Himmel wieder dick wolkenbehangen. Eine Weile ging es noch gut, dann tropfte es wieder munter los. Ich habe mir für diese Tage seit einiger Zeit schon einen sexy Müllsack über meine pinke Warnweste zugelegt, damit es nicht ganz so schnell durchregnet. Luca nannte ihn nur „das kleine Grüne“.

Aber das Wetter tat irgendwann dem gewaltigen Eindruck von der Gegend hier keinen Abbruch mehr. Es war eine unglaublich schöne Nachmittagsstrecke: Zuerst satt grüne und üppige Wälder, dann karge Felshänge links neben uns. Und rechts das türkisgrüne, kristallklare Meer. Zwischen der Straße und dem Wasser nur ein mal schmälerer, mal breiterer Grasstreifen mit allerlei kleinen Blümchen und dann schon die Kante zum Wasser runter – nur so 2-3 Höhenmeter unter uns. Keine Leitplanke, keine Absperrung! Man konnte direkter am Wasser nicht fahren. Und am Horizont türmten sich große, bergige, griechische Inseln in sanft abgestuften Blautönen. Darüber weiße, zum Teil von der Sonne angestrahlte Bauschwolken. Und ein paar Kilometer weiter schräge Regenfahnen. Wahnsinn!

Dazu kamen allerlei Viehzeug – links, rechts und mitten auf der Straße: Kühe, Hunde, Geißen, Schafe, … Die Krönung waren aber ein Rudel Strandsauen! Vater, Mutter und eine ganze Rasselbande kleiner Ferkelchen, die gierig an einem toten Ziegenkopf rumschnorchelten. Wir konnten uns gar nicht sattsehen an all diesen Eindrücken! Blieben immer wieder stehen und schossen –zig Fotos. Aber dann drängte langsam die Zeit – es wurde dunkel.

Wir fanden einen gemütlichen Wildzeltplatz auf einem schmalen Grasstreifen zwischen der Hauptstraße und einem Bach – abgegrenzt von einer blickdichten Hecke. Und kaum wurde es düster, ertönte das Nachtkonzert: Frösche!

 

Miezikatz (Zelt mit Linda)

Tages-Km: 61,89km / -Zeit: 3:55h / -Höhenmeter: 447m

Gesamt-Km: 3.046km / -Zeit: 209:00h/ -Höhenmeter: 25.242m

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52_… I´m lovin`it!

You know, the best about camping is that it will never be boring. I mean sometimes you feel cold the whole night, sometimes you sweat because you forgot to open the zip for better ventilation, sometimes the ground is rock hard, sometimes you sleep on funny sand and sometimes you build up your tent on soft grass and wake up in the middle of a nice little lake.

Outside of tent: wet. Inside of tent: wet. Mat: wet. Sleeping-Bag: wet. Shoes: wet. Trousers: wet. Anorak: wet. Breakfast: wet.

Oh man, how I love it! Can there be anything better than feeling wet, cold, tired and hungry at the same time?

Today I really needed one of my favourite songs to remind me why I´m actually doing it…to remind me where I want to arrive: I want to arrive where they play this music anytime and anywhere!

…and it can go on!

Special thanks today to my brother and my sister who offered me the IPod for this trip!

 

Preveza (Hotel mit Linda)

Tages-Km: 51:54km / -Zeit: 3:28h / -Höhenmeter: 439m

Gesamt-Km: 2.985km / -Zeit: 205:05h/ -Höhenmeter: 24.799m

 

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52_Landuntergang

Was der Tag gestern nicht hergegeben hat, brachte die Nacht! Es… regnete. Und zwar von Ankunft am auserwählten Zeltplatz an bis zum Eintreiben der Häringe. Und weiter die ganze liebe lange Nacht hindurch. Was uns blieb war sofort in die Zelte zu schlüpfen und auf besser Wetter zu hoffen.

Luca wollte heute früher losfahren als wir – er musste rechtzeitig nach Athen kommen. Und als ich im Halbschlaf davon träumte, dass mein Zelt komplett unter Wasser stand, hörte ich ihn von draußen noch sagen: „Hey Mädels, passt auf wenn ihr raus geht… ihr zeltet voll im See!“

Oberzelt: Nass. Innezelt: Nass. Vorzelt: Nass. Schlafssack: Nass. Luftmatratze: Nass. Radlerhose 1: Nass. Radlerhose 2: Nass. Socken: Nass. Nass. Schuhe: Nass. Regenhose: Nass. Frühstück: Nass

Wisst ihr, bisher habe ich es euch verschwiegen, aber ich quäle mich nicht nur selbst gerne, wie ihr seit unserer letzten Pass-Etappe wisst. Ich stehe auch total auf nass, kalt und ungemütlich. Am liebsten gleich nach dem Aufwachen und hoffentlich noch vor dem Frühstück. Und heute, ja heute hat es das Schicksal ganz besonders gut gemeint!

Da half nur noch eins: Der Ipod, den mir meine Geschwister zum Abschied geschenkt haben. Und Dauerschleife Pegaito. Das ist meine Musik. Da will ich hin. Das war heute Morgen meine Rettung, um mein Ziel nicht aus den Ohren zu verlieren. Und dann rein in die nassen Sachen, raus aus dem nassen Zelt und aufsatteln!

… und es geht weiter!

 

Preveza (Hotel mit Linda)

Tages-Km: 51:54km / -Zeit: 3:28h / -Höhenmeter: 439m

Gesamt-Km: 2.985km / -Zeit: 205:05h/ -Höhenmeter: 24.799m

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51_Miesepeter

Jetzt erst mal in die nächste Stadt, Geld abheben. Der Spruch des gestrigen Tages handelte übrigens von einem Geldautomaten. Als wir im ersten Dorf nach der griechischen Grenze ankamen, fragte ich zwei junge Männer auf der Straße nach einem ATM. Einem Bankomat. Da nickte einer der beiden, streckte seinen linken Arm nach vorne und warf einen Blick auf seine Uhr. Dann bedauerte er: „Der hat heute schon geschlossen.“

Wir hatten alle wieder Geld und unsere Schulden bei Linda bezahlt. Aber sonst gab dieser Tag nicht viel Interessantes her. Ach ja, habe ich schon erwähnt, dass es eigentlich die meiste Zeit geregnet hat?

 

Themelo (Zelt mit Linda, Luca)

Tages-Km: 62,51km / -Zeit: x:xxh / -Höhenmeter: 532m

Gesamt-Km: 2.933km / -Zeit: 19x:xxh/ -Höhenmeter: 2x.xxxm

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50_Hellas, Hellas!

Die Nacht brachte viel frischen Wind. Unsere Zeltplanen flatterten nur so und Luca konnte vor lauter Lärm kaum schlafen. Linda und ich trafen uns einmal mitten in der Nacht, als ich mein Zelt noch weiter abspannte und sie ihres komplett in die Windrichtung drehte…

Wir waren also nicht ganz erholt. Und außerdem regnete es. Das steigerte unsere Motivation aufzubrechen ins schier Unermessliche! Und Freddie, der Platzbesitzer, kam uns gerade recht, als er uns mit seinem Quietschpassat zum Frühstück in seinem Wohnwagen abholte. Es gab Krautsuppe mit Rindfleisch, dazu Toastbrot, warme Schokoladenmilch und Eier mit wildem Oregano. Und das alles nach unserem üblichen Müsli-Frühstück. Aber leider hörte auch nach dieser ganzen Fresserei der Regen noch nicht auf und wir mussten wohl los.

Der Tag war nicht toll, um ehrlich zu sein. Viel zu nass und viel zu kalt für meine Begriffe. Mal regnete es in dicken Tropfen, mal in langen Fäden. Und nur ab und zu gar nicht. Aber wir kämpften uns durch bis zur Grenze und waren endlich in Griechenland. Hellas!

 

Fussballbfeld (Zelt mit Linda, Luca)

Tages-Km: 45,95km / -Zeit: x:xxh / -Höhenmeter: xxxm

Gesamt-Km: 2.871km / -Zeit: 19x:xxh/ -Höhenmeter: 2x.xxxm

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49_So ein Tag, …!

Und wie es weiterging! Der Tag heute war – um es mit einem einzigen Wort zu beschreiben – gigant-omani-stis-simo! Die Strecke war schier unbeschreiblich schön: Die Sonne strahlte, was das Zeug hielt und wir hatten fast ununterbrochen das Meer direkt an unserer Seite. Es roch abwechselnd nach Blumen, Pinien und Rosmarin. Von Zeit zu Zeit bimmelten Schafe, Geißen (Ziegen), Esel, Pferde oder Kühe durch die Büsche am Straßenrand. Der Asphalt schlängelte sich mal um rote Felsen und mal durch Olivenhänge. Es ging viel bergauf und auch ein bisschen bergab. Dabei ist uns aufgefallen, dass es hier in Albanien immer deutlich steiler bergauf geht als in Kroatien. Und wir fragten uns, was wohl zuerst da war: Die Straße oder die Schilder. Es war am Anfang einer jeden Steigung nämlich auf jeden Schild 10% angegeben. Und wir spielten mit dem Gedanken, dass die Albaner möglicherweise ganz schön schlaue Füchse sein könnten… So würde es doch die Staatskasse deutlich schonen, wenn von jedem Schild nur eine Sorte produziert werden müsste… und das waren eben für das Schild der Steigung die 10%. Dann mussten halt später alle Straßen genau diese Steigung haben. Wieso aber nun ausgerechnet 10 und nicht 12 oder 8% das Rennen machten, ist wiederum durch eine feinstens ausgeklügelte Formel nachweisbar, die vom Aufwand für die ersten Erdarbeiten über die exakten Asphaltkosten bis hin zum Farbbedarf für die weißen Seitenlinien alle kostenrelevanten Faktoren im Straßenbau berücksichtigt und auch hier eine maximale Budgetreduzierung errechnet. Ihr sollt an dieser Stelle davon verschont bleiben…

Beim Mittagessen stellten Linda und Luca fest, dass ihr Weißbrot (also nicht ihr gemeinsames, sondern das eines jeden… aber man sagt doch nicht „ihre Weißbröter“, oder?) fast hart geworden war bei dem warmen Wetter. Also band Linda ihre zwei harten Fladenhälften hinten auf den Gepäckträger und trocknete sie noch vollständig für eine anständige Portion Semmelknödel zum Abendessen. Ich hatte zwar überhaupt keinen Drang, den Rührbesen in freier Wildbahn zu schwingen, aber diesen Floh konnte ich den beiden irgendwann mal nicht mehr aus den Ohren ziehen. Also fügte ich mich. Und zugegeben: Es hat hervorragend geschmeckt!

Wir fuhren fast bis Sonnenuntergang und fanden wie vom Schicksal geleitet einen kleinen Traumstrand. Ich konnte kurz baden im kristallklaren Wasser, es gab eine Toilette und es gab guten Zeltuntergrund und Tische und Bänke. Ein Campingparadies! Alle waren überglücklich über den schönen Platz. Nur eins hatten wir vergessen: Das Bier!

Fünf Minuten später kam der Strandbesitzer, sperrte seinen Kiosk auf und sagte: Bedient euch! Ein mannshoher Kühlschrank voller…na? …Bier tat sich auf und wir schauten uns nur wortlos an.

Das Abendessen war kaum vorbei, knisterte vom Strand her schon Luca´s Lagerfeuer. Wir setzten uns drum rum, wärmten unsere Vorderseiten und beobachteten ihn gespannt beim Brotbacken. Wer hätte gedacht, dass Fladenbrot so aufwendige Prozesse erfordert? Es war endlich fertig, da war es bereits stockfinstere Nacht. Und wir fast schon bettfertig.

Dann sagte Luca: „Hä, schaut mal, da schwimmt ein Licht auf uns zu!“ Und er hatte vor ein paar Stunden noch gemeint, dass das bestimmt alles wie der Anfang eines ganz bösen Horrorfilms sein könnte…die fangen auch immer mit ein paar jungen Leuten und Camping-Idyll an. Jetzt wurde es uns ein bisschen gruselig…

Da plötzlich hörte man Schnorchelgeräusche. Oben am Parkplatz ging eine Autotür. Ein Mann kam zum Strand herunter. Und eine anderer stapfte jetzt aus dem Wasser, eine Harpune in der Hand! Aber das böseste Horrorszenario dieses Films war, dass einer der beiden Fischer seine Bierflasche einfach hinter sich auf den Kiesstrand warf, als er bei uns am Lagerfeuer saß. Die Szenen davor waren eher nicht so schrecklich: Sie brachten uns frisch gefangenen Fische, fragten, ob wir Salz, Öl und was zum Braten hätten, wir brachten alles und sie bereiteten uns den frischesten Fisch ever. Zum Nachtisch ein Stamperl Raki für jeden…

…ich liebe Horrorfilme!

 

 

Strand hinter Sarande (Zelt mit Linda, Luca)

Tages-Km: 62,97km / -Zeit: 4:34h / -Höhenmeter: 1.141m

Gesamt-Km: 2.825km / -Zeit: 194:23h/ -Höhenmeter: 23.293m

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Chilling

The last few days were absolutely amazing and full of beautiful moments…impossible to write down everything. I never thought that Albania would be so different from North to South and especially from what you hear about that country in Germany. It´s so beautiful – almost like Italy and Toscana the nearer you come to the Greek border: Olive-trees, beautiful sandbeaches, blue Water, red coloured rocks covered with dark green forest… you should definitely come and visit this country! And I´m sure: Albanian people will welcome you with wide open arms and help you whenever they can and do everything to make your stay as pleasant as possible.

We´re having a day of rest here in Himare, watching the waves coming to shore and having coffee and Gyros-Pita all day long… that´s what I call holidays!

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Chilling

Nach all den aufregenden, letzten Tagen kam uns allen der gestrige Schlechtwettertag eigentlich ganz gelegen, um guten Gewissens den Nachmittag im Bett zu verbringen. Und nachdem über Nacht der Wind nochmal stark aufgefrischt hatte, Regen mit sich brachte und die Wellen vor unserem Zimmer in tosende und fast bedrohliche Wasserberge hat wachsen lassen, beschlossen wir einstimmig, es nicht zu übertreiben mit unserem Ehrgeiz und – sollte es sich nicht bessern bis zum Morgengrauen – nochmal einen richtigen Pausetag dranzuhängen.

…es hat sich nicht gebessert. Es war noch windig und es regnete, als ich zum ersten Mal aus dem Fenster guckte. In stillem Einvernehmen schliefen wir alle seelenruhig bis zehn. Dann waren Linda und ich langsam wach genug für ein krächzendes „Morgen!“, worauf schließlich auch Luca ein Brummen von sich gab. Dann fragte Linda nach seinen Plänen für diesen Tag, im Speziellen, ob er weiterfahren wolle. Er meinte: Ich habe heute keine Motivation zum Radeln. Das war genau die richtige Antwort! Und wir krochen wieder zurück unter die warmen Wolldecken.

Später hielten wir ein für Abenteurer königliches Frühstück auf dem Balkon mit Müsli, Eiern und Cappuccino aus dem Café unten, quatschten über dies und das und sitzen jetzt im Nachbar-Café mit Internetzugang und schreiben euch das hier.

Morgen geht´s aber hoffentlich weiter in Richtung Griechenland…

 

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48_Krasses Pferd!

Irgendwann musste es ja so weit kommen: Regen. Wind. Kalt. Ungemütlich. Die Motivation ließ heute Früh zu wünschen übrig. Aber deswegen nicht auf den Drahtesel zu steigen wäre ja auch ein bisschen für verwöhnte Gören. Wir packten uns also wasserdicht ein und los ging´s. Zur Abwechslung mal bergauf. Und der Regen… wurde immer stärker. Und der Wind… wurde immer stärker. Und der innere Schweinehund… wurde immer stärker. Ich hatte irgendwie keine Kraft mehr – die gestrige Etappe wohl noch in den Knochen. Und die Banane leider noch in der Packtasche anstatt schon zermantscht im Magen. Nur gut, dass Luca voraus gezogen war. Da mussten wir wohl hinterher. Und endlich zeichnete sich eine Mittags- oder wenigstens Kaffeepause ab: Der nächste Ort stand angeschrieben. (Nur) noch 10 Kilometer. Und ein Pass. Aber wenn eine Pause am Horizont winkt, schafft man auch den. Und dann passierte mir das Unding, das Unding der Unmöglichkeit….

Ich fuhr über die Kuppe, es ging erst einmal flach bergab, nach 300m eine Linkskurve mit Betonmauer rechter Hand, danach steil bergab. Ich ließ es rollen, fing nach ca. 150m leicht zu bremsen an: Nichts tat sich. Ich bremste stärker: Nichts tat sich. Ich zog beide Bremshebel bis an den Anschlag: Nichts tat sich. Ich wurde einfach immer schneller. Und die Betonmauer kam immer näher!

Ein kurzer Anflug von Panik, der Puls stieg schlagartig auf 200. Ich hatte genau noch eine Chance: Den Fuß mit voller Kraft gegen den Asphalt zu stemmen. Doch der schmierte einfach in gleicher Geschwindigkeit mit – aber langsamer wurde ich nicht wirklich. Aber was hätte ich sonst tun können? Ich presste einfach weiter und langsam, langsam verlor ich an Geschwindigkeit. …kurz vor der Mauer stand ich!

Ich hatte natürlich schon in den letzten Tagen bemerkt, dass die Bremsen nachgestellt werden sollten. Aber dass es so schlagartig gehen würde, damit hatte ich nie gerechnet. Durch den Regen wurden die Felgen offensichtlich noch rutschiger und die Bremswirkung war schlicht keine mehr. Aber es war ja gut ausgegangen! Nur: Wie kam ich jetzt den Pass wieder runter? Linda und Luca waren schon weit voraus. Und ich versuchte die ersten Meter mit aufgestemmtem Fuß nach unten zu kommen – keine Chance. Ich stieg ab und… (ich mag´s gar nicht schreiben) …schob. Doch in den steilen Passagen konnte ich kaum das Rad halten, so schwach waren die Bremsen mittlerweile. Da half nur eins: Werkzeugsackerl raus, anziehen. Bei strömendem Regen und Eiseskälte, denn in der Zwischenzeit war der Regen durch sämtliche Oberjackenschichten durchgesickert.

Endlich unten, erwarteten mich die anderen beiden in einem Tankstellen-Cafe und wir beschlossen, es für heute gut sein zu lassen. Checkten in´s nächste Hotel ein und verbrachten einen chilligen Nachmittag bei schlappen 30 Grad Heizungsluft. Aber mit Blick auf das türkisgrüne, albanische Meer… direkt vom Bett aus!

 

Himare (Hotel mit Linda, Luca)

Tages-Km: 22,41km / -Zeit: 2:05h / -Höhenmeter: 520m

Gesamt-Km: 2.762km / -Zeit: 189:48h/ -Höhenmeter: 22.152m

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47_Am Limit

Zum gemeinsamen Frühstück beobachteten wir den Sonnenaufgang – überall dort, wo wir nicht saßen. So wie gestern Abend, als die Sonne genau dort unterging, wo wir zu Abend aßen. OK, die Devise lautete: Warmstrampeln!

Wir fuhren so bis Mittag zum nächsten größeren Ort, kauften nochmal kräftig ein, dann ließen wir unser Küken Paul von Dannen ziehen. Er hatte ohnehin ein Tempo drauf, das keiner mithalten konnte. Doch, Luca hätte können. Aber ich glaube am Abend war er froh, dass er nicht musste… Es ging nämlich einen gnadenlosen Pass hinauf. Erst zeigte er sich nur im Schafspelz: Es ging ganz gemächlich dahin. „Schläms hindre“, wie man bei mir daheim sagen würde. Aber schon mit ordentlich Gegenwind, sodass das schwer beladene Rad keinen Meter mehr weiterrollte, sobald man aufhörte zu treten. Das hab ich schon ganz gern! Da lieber gleich so steil, dass man wenigstens merkt, dass es bergauf geht und schon gar nicht erst erwarten würde, dass das Rad weiterrollen könnte, wenn man zu treten aufhört. Und kaum hatte ich meine insgeheimen Flucher über das fiese Flach-Bergauf fertiggedacht, zeigte sich der Wolf: 10% Steigung. Und drüber manchmal. Flacher wurde es nur selten und wenn, nur für ein paar Meter. Aber zum Ausschnaufen war´s kaum ausreichend. Und je weiter es gegen Passhöhe ging, umso steiler wurde es. Und umso windiger. Natürlich von vorne. Und flach wurde es plötzlich überhaupt nicht mehr! Ich wünschte mir mindestens noch drei bis fünf weitere Untersetzungsstufen. Es war wirklich manchmal haarscharf, dass ich nicht vom Rad fiel! Einmal knetete ich bis zum letzten Tropfen Kraft gegen die Mischung aus Steigung und Wind, bis mein Rad schließlich einfach nicht mehr vorwärts fuhr und ich einfach an der Windwand aufgeben musste. Anfahren war bei dem steilen Gelände unmöglich. Da blieb nur eins: Wer sein Rad liebt, der schiebt!

Wettertechnisch stellt euch folgende Bedingungen vor: Es war unten sonnig und warm. Aber schon auf der besagten, gemeinen Schräge am Fuße des Passes konnten wir beobachten, wie sich über den Kamm ein dickes Wolkenmeer schob. Das sah ungefähr aus, als ob ein riesiges Wattemonster von der anderen Seite auf den Berg heraufklettern wollte und bereits seine Pranken am Grat eingehakt hatte. Und je weiter wir raufkamen, umso mehr näherten wir uns der dicken weiß-grauen Suppe. Irgendwann kurz vor der Passhöhe sahen wir nur noch stiebende Nebelschwaden, horizontaler Nieselregen und es pfiff eisig kalter Wind. Schnee am Straßenrand. Nur gut, dass wir hier nicht wegen der schönen Aussicht heraufgefahren sind! Sondern einfach, weil wir uns gern selbst quälen.

Wir packten uns ein nach Vorbild von Hr. Michelin. Aber trotzdem war es nicht richtig warm. Da half nur noch ein Einkehrschwung. Pasta für alle. Und Wein, gesponsert vom Nachbartisch… Fein, fein, aber Glühwein wäre auch eine Idee gewesen!

Na, nicht, dass ihr denkt, ich würde mich auch noch beschweren wollen. Keinesfalls! Und im Übrigen sind wir weiter unten auch noch für unseren Kampfgeist entschädigt worden: Campingplatz im Olivenberg, direkt neben der Straße, keine Hunde, keine Hähne und warm war´s auch jedem von uns. Nur der Regen, der hätte nicht aufziehen müssen…

 

Palase (Zelt mit Linda, Luca)

Tages-Km: 45,54km / -Zeit: 4:07h / -Höhenmeter: 1.177m

Gesamt-Km: 2.739km / -Zeit: 187:42h/ -Höhenmeter: 21.631m

 

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