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288_Auf ein Wiederseh´n

Heute stehe ich etwas brummig auf. Mir stinkt etwas! Und zwar, dass ich von Davide nichts gehört habe bisher. Er ist von seiner Rundfahrt in Belize und Honduras-Nord fast zurück und könnte jeden Moment meinen Weg kreuzen. Fast sogar hätte sich ausgehen können, dass wir gleichzeitig an die Grenze zu Honduras kommen. Dann hätten wir gemeinsam die Drei Tage bis Managua fahren können, wo ich ein bisschen Pause einlege, um mein Fahrrad auf Vordermann zu bringen und er auf seinen Freund aus Italien warten will. Als ich gestern mit dem Stempel-Prozedere fertig war, habe ich ihm geschrieben und meine Daten durchgegeben. Und tatsächlich war er zu dem Zeitpunkt gerade noch Zwei Kilometer vom Grenzübergang entfernt! Nur leider habe ich diese Nachricht nicht mehr rechtzeitig bekommen, um noch auf ihn warten zu können. Ich habe sie erst später im Zelt gelesen.

Da habe ich ihm natürlich sofort meine Standpunkt aktualisiert, denn wenn der noch weiter in die Nacht hinein strampelt überholt der mich am Ende noch! Oder er bricht morgen früher auf als ich, weiß der Hecht. Wenn wir uns treffen wollen, müssen wir es jetzt ein bisschen aktiver in die Hand nehmen. Doch von ihm kommt nichts. Ich hatte gefragt, wo er denn sei, aber nichts. Keine Antwort. Bis heute Früh nicht! Wobei meine Nachrichten allesamt gelesen worden sind, wenn man dem Übertragungsbericht glauben darf.

Was ist denn das jetzt? Ich verstehe es nicht. Da will es der Zufall, dass wir und faaaast wiedertreffen, dann weiß er offenbar nicht, ob er das überhaupt will. Hält sich bedeckt, versteckt, was auch immer. Ist ja auch egal. Ich jedenfalls packe jetzt mein Zelt ein und dann schalte ich mein Telefon ab. Und überlasse es dem Zufall oder Schicksal, ob aus der Begegnung noch was wird oder nicht.

Und es will! Ich bin noch keinen Kilometer gefahren und stehe mit einem kleinen Jungen beim Kiosk, um Wasser zu kaufen, hupt es plötzlich von der Straße. Es ist Davide! Aber ich kann mir nicht helfen: Meine Freude ist etwas gedämpft. Ich weiß überhaupt nicht, wie ich dran bin. Bis er mir erzählt, dass er seit dem Grenzübergang kein Internet mehr gehabt hätte. …ob ich das glaube? Keine Ahnung. Denn so genau werden es die Satellitenstrahlen ja nicht nehmen mit den Landesgrenzen! Aber ist ja auch egal. Wir haben uns ja wiedergetroffen und auch einen ganz ordentlich netten Tag miteinander verbracht – mit Eis und Cola in Übermengen! Mal sehen, wie weit wir diesmal kommen!

 

Choluteca, Honduras (Zelt mit Davide)

Tages-Km: 85,82km / -Zeit: 5:06h / -Höhenmeter: 507m

Gesamt-Km: 17.895km / -Zeit: 1.217h / -Höhenmeter: 163.161m

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