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43_Überlebt!

Der Hund hatte entweder mein Pfefferspray gerochen oder einfach die Geduld verloren, uns aus den Zelten zu knurren und zu bellen. Jedenfalls war er bald wieder weg und endlich, endlich begann für uns die Nacht. Und ich fühlte mich selten so sicher beim Wildcampen. Denn wer sollte uns denn noch aufspüren oder auflauern wollen: Es war ja schon das ganze Dorf hier gewesen! Und alle waren sie unglaublich hilfsbereit gewesen, hatten uns eingeladen in ihre Häuser, zum Abendessen, uns Decken und Brennholz für ein Lagerfeuer gebracht und uns zum Abschied umarmt und geküsst. Und diese Leute sollten uns jetzt umbringen wollen? Unvorstellbar. Und ich wickelte mich in 4m² albanische Wolldecke ein und schlief so warm und gemütlich wie nie zuvor!

Der Tag begann mit einem frühen „morning!“. Die ersten Mütter gingen zur Arbeit und schauten vorher noch kurz bei uns vorbei. Dann die Kinder, die zur Schule gingen. Dann die Verwandten, die gestern Abend am Telefon übersetzt hatten. Und zum Schluss der junge Fischer, der zur Schule hätte sollen, aber nicht wollte. Und alle wollten uns noch einmal sehen und verabschieden. Einfach geil. Ich kann´s nicht anders sagen.

Danach verbrachten wir den Tag auf lauten, engen, löchrigen und holplrigen Bundesstraßen und Autobahnen und sind mittlerweile im Hostel in Tirana – der Hauptstadt von Albanien. Die sich im Übrigen sechsspurig erobern lässt!

 

Tirana (Hostel Albania)

Tages-Km: 60,28km / -Zeit: 3:12h / -Höhenmeter: 224m

Gesamt-Km: 2.518km / -Zeit: 173:01h/ -Höhenmeter: 19.606m

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3 Gedanken zu „43_Überlebt!“

  1. Hallo Angela,
    ist alles ok bei dir ?? ..seit 17.02. kein Bericht mehr…
    …ich schau morgen Abend wieder rein…und hoffe auf neue Story
    lieben Gruß,
    Erika

  2. Servus Angi,

    so cool Dein Bericht, weil ich es noch genau vom Oktober im Kopf habe. Bei Shkoder dachte ich auch erstmal, das ist jetzt eine andere Welt, und als wir in Tirana reingefahren sind, war der Verkehr eine Schau! Wusstest Du, dass die Albaner so schlecht Auto fahren, weil bis vor gut 20 Jahren im Kommunismus nur Parteimitglieder fahren durften? Wo es dann vorbei war, hat sichs der Rest mehr oder weniger selbst beigebracht 🙂 In Tirana kannst super günstig und sehr lecker Essen gehen, wir waren in einem Top – Restaurant in der Nähe vom Stadion. Und das Nachtleben hat auch einiges zu bieten.
    Susana und ich sind gerade in Bangkok angekommen. 2:30 Uhr und noch 29 Grad, geil 🙂

    Alles Gute und bis bald!

  3. Eine wirklich schöne und spannende Storie. Und nicht geringer das Erlebnis – für alle. Ich kann es so gut nachfühlen und meine, die Kinder dort haben ähnlich empfunden, wie wir vor etwa 50 Jahren.

    Alles Gute und viel Glück euch beiden
    auf allen weiteren Etappen.
    Papa

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