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49_So ein Tag, …!

Und wie es weiterging! Der Tag heute war – um es mit einem einzigen Wort zu beschreiben – gigant-omani-stis-simo! Die Strecke war schier unbeschreiblich schön: Die Sonne strahlte, was das Zeug hielt und wir hatten fast ununterbrochen das Meer direkt an unserer Seite. Es roch abwechselnd nach Blumen, Pinien und Rosmarin. Von Zeit zu Zeit bimmelten Schafe, Geißen (Ziegen), Esel, Pferde oder Kühe durch die Büsche am Straßenrand. Der Asphalt schlängelte sich mal um rote Felsen und mal durch Olivenhänge. Es ging viel bergauf und auch ein bisschen bergab. Dabei ist uns aufgefallen, dass es hier in Albanien immer deutlich steiler bergauf geht als in Kroatien. Und wir fragten uns, was wohl zuerst da war: Die Straße oder die Schilder. Es war am Anfang einer jeden Steigung nämlich auf jeden Schild 10% angegeben. Und wir spielten mit dem Gedanken, dass die Albaner möglicherweise ganz schön schlaue Füchse sein könnten… So würde es doch die Staatskasse deutlich schonen, wenn von jedem Schild nur eine Sorte produziert werden müsste… und das waren eben für das Schild der Steigung die 10%. Dann mussten halt später alle Straßen genau diese Steigung haben. Wieso aber nun ausgerechnet 10 und nicht 12 oder 8% das Rennen machten, ist wiederum durch eine feinstens ausgeklügelte Formel nachweisbar, die vom Aufwand für die ersten Erdarbeiten über die exakten Asphaltkosten bis hin zum Farbbedarf für die weißen Seitenlinien alle kostenrelevanten Faktoren im Straßenbau berücksichtigt und auch hier eine maximale Budgetreduzierung errechnet. Ihr sollt an dieser Stelle davon verschont bleiben…

Beim Mittagessen stellten Linda und Luca fest, dass ihr Weißbrot (also nicht ihr gemeinsames, sondern das eines jeden… aber man sagt doch nicht „ihre Weißbröter“, oder?) fast hart geworden war bei dem warmen Wetter. Also band Linda ihre zwei harten Fladenhälften hinten auf den Gepäckträger und trocknete sie noch vollständig für eine anständige Portion Semmelknödel zum Abendessen. Ich hatte zwar überhaupt keinen Drang, den Rührbesen in freier Wildbahn zu schwingen, aber diesen Floh konnte ich den beiden irgendwann mal nicht mehr aus den Ohren ziehen. Also fügte ich mich. Und zugegeben: Es hat hervorragend geschmeckt!

Wir fuhren fast bis Sonnenuntergang und fanden wie vom Schicksal geleitet einen kleinen Traumstrand. Ich konnte kurz baden im kristallklaren Wasser, es gab eine Toilette und es gab guten Zeltuntergrund und Tische und Bänke. Ein Campingparadies! Alle waren überglücklich über den schönen Platz. Nur eins hatten wir vergessen: Das Bier!

Fünf Minuten später kam der Strandbesitzer, sperrte seinen Kiosk auf und sagte: Bedient euch! Ein mannshoher Kühlschrank voller…na? …Bier tat sich auf und wir schauten uns nur wortlos an.

Das Abendessen war kaum vorbei, knisterte vom Strand her schon Luca´s Lagerfeuer. Wir setzten uns drum rum, wärmten unsere Vorderseiten und beobachteten ihn gespannt beim Brotbacken. Wer hätte gedacht, dass Fladenbrot so aufwendige Prozesse erfordert? Es war endlich fertig, da war es bereits stockfinstere Nacht. Und wir fast schon bettfertig.

Dann sagte Luca: „Hä, schaut mal, da schwimmt ein Licht auf uns zu!“ Und er hatte vor ein paar Stunden noch gemeint, dass das bestimmt alles wie der Anfang eines ganz bösen Horrorfilms sein könnte…die fangen auch immer mit ein paar jungen Leuten und Camping-Idyll an. Jetzt wurde es uns ein bisschen gruselig…

Da plötzlich hörte man Schnorchelgeräusche. Oben am Parkplatz ging eine Autotür. Ein Mann kam zum Strand herunter. Und eine anderer stapfte jetzt aus dem Wasser, eine Harpune in der Hand! Aber das böseste Horrorszenario dieses Films war, dass einer der beiden Fischer seine Bierflasche einfach hinter sich auf den Kiesstrand warf, als er bei uns am Lagerfeuer saß. Die Szenen davor waren eher nicht so schrecklich: Sie brachten uns frisch gefangenen Fische, fragten, ob wir Salz, Öl und was zum Braten hätten, wir brachten alles und sie bereiteten uns den frischesten Fisch ever. Zum Nachtisch ein Stamperl Raki für jeden…

…ich liebe Horrorfilme!

 

 

Strand hinter Sarande (Zelt mit Linda, Luca)

Tages-Km: 62,97km / -Zeit: 4:34h / -Höhenmeter: 1.141m

Gesamt-Km: 2.825km / -Zeit: 194:23h/ -Höhenmeter: 23.293m

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2 Gedanken zu „49_So ein Tag, …!“

    1. Hey Phipsi! Schön, dass du mitten im Regattatrubel dir die Zeit nimmst, hier vorbeizuschauen. Diese Knödelaktion war wirklich der Hammer, aber du kannst dich auf ein paar ruhige Momente nach deinen Wettfahrt-Einsätzen freuen…es hat nicht abgerissen! Es ist irgendwie unglaublich hier alles…
      Ich schick dir einen heute mal „bätschnassen“ Gruß ins hoffentlich warme Spanien und bin schon gespannt auf den Mallorca-Weltcup demnächst!

      Ganz festes Druckerle, die Angi :*

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