DSC01711_klein

76_Strandbad

Die ersten beiden Radltage wieder allein waren durchaus gewöhnungsbedürftig – hatte mich schon an die aktive Begleitung gewöhnt. Aber dafür kam ich jetzt drei bis fünf Mal so weit. Es ist ein bisher unerklärliches Phänomen: Jeder sagt immer, mit mir komme er nicht voran. Aber mir geht´s genauso! Gemeinsam reisen ist also deutlich langsamer als alleine…

Aber ich hatte Traumwetter nach dem schaurigen letzten Tag in Thasos, das war die beste Entschädigung für den Verlust meiner Begleitung. Allerdings blieb mir die Sonne nicht lange treu: Gestern schon ließ sie sich fast gar nicht mehr blicken. Und kalt war´s die ganze Zeit über! Um die 12 Grad nur!

Gestern hatte ich nicht so viel Energie, weil ich am Vortag unbedingt bis zum nächsten Campingplatz kommen wollte – eine Dusche drängte! – und dafür über hundert Kilometer abstrampeln musste. Mit dem Ergebnis, dass ich mir bei Ankunft erklären lassen musste, dass doch noch keine Saison sei und daher die Campingplätze geschlossen hatten. Es war bereits halb dunkel, ich müde und die Nacht kalt. Dazu schlecht geträumt und alles in allem schlecht erholt. Also scheute ich gestern den Hügel, über den ich ab Mitte Nachmittag hätte rüber müssen und beschloss, stattdessen ein bisschen die Sonne und warme Brise am Strand zu genießen. Ja tatsächlich! Sie ist wiedergekommen! Aber genau für die Dauer eines flitzeflinken Strandbades: Reinspringen, Nassmachen, Einseifen, Abspülen (im genau mannsbreiten und -tiefen Süßwasserstrom eines Bergbaches – und zwar liegend!), Abtrocknen und sofort warm Einwickeln. Dann war sie auch schon wieder weg, es war windig und kalt und ich schlüpfte rasch in den Schlafsack, um nicht auszukühlen. So sehen sie aus, die derzeitigen Kleopatrabäder. Nix für Pussies (wie Ogi sagen würde)! Aber trotzdem von unschätzbarem Wert.

Nach einer Weile klopfte es ans Zelt: Miss?! Es war Sevastos. Er erklärte mir, dass er mit seiner Frau und den beiden Töchtern und dem Hund in dem Haus da oben wohnte und im Internet gehört habe, dass heute Nacht ein Sturm und Gewitter kommen sollen. Ob ich nicht lieber bei ihnen im Haus schlafen wolle? Es wäre ihnen ein Vergnügen …und obwohl ich schon alles fix und fertig Bettfein gemacht hatte, mein inneres Gefühl willigte sofort ein. Zu bedrohlich sahen schon die Wolken am Horizont aus! Und so schlief ich trocken und warm auf der Couch mit Blick über das grollende Gewitter. Und davor hatte ich noch eine richtige, eine warme Dusche im Stehen!

 

Maronia (Sevastos, Irianna, Niki, Ioanna)

Tages-Km: 52,04km / -Zeit: 3:25h / -Höhenmeter: 388m

Gesamt-Km: 4.331km / -Zeit: 300:06h/ -Höhenmeter: 38.392m

13,526 total views, 7 views today

Ein Gedanke zu „76_Strandbad“

  1. Es ist doch schön wenn man in der Fremde von vielen Menschen um- und versorgt wird. Ich wünsche Dir noch viele solcher Begegnungen immer zur richtigen Zeit!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *