Kategorie-Archiv: Allgemein

Unten rum

Was bleibt mir also anderes als die ursprüngliche Idee zu realisieren? Und damit habe ich jetzt ein gutes Gefühl in der Magengegend. Es geht unten rum!

Ich werde nach der Türkei über Zypern nach Afrika hopsen und mal bei den alten Ägyptern vorbeischauen. Von dort gibt´s dann vielleicht ein Schiff, das mich nach Mumbai bringt. Und wenn nicht? Dann sitze ich wenigstens nicht in der Steinöde von X-istan, sondern immerhin in einer Weltmetropole. Und von Kairo komme ich immer irgendwie weiter!

So ist es jetzt beschlossen und ich freue mich unheimlich auf ein paar Tage am türkis(ch)en Meer, auf Zypern und meine Freunding Margi, die mich dort vielleicht besuchen kommt und dann vor allem auf die Pyramiden und den Hafen von Alexandria.

Das bin ich, das wird mein Ding!

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Oben rum

Bleibt mir als Alternative, den Weg duch die sog. –stan-Statten zu nehmen: Georgien, Azerbaijan, (Kaspisches Meer), Kazakhstan, Uzbekistan, Tajikistan, Kyrgistan, China. Kurz: Oben rum. Aber dieses „Oben“ gilt nicht nur für die Position auf der Karte – es geht wohl auch ziemlich hoch hinauf und wird dabei immer karger, steiniger und staubiger. Wüste nennt man das wohl. Und das ist eigentlich auch nicht mein Ding! Ich hab´s lieber warm. Und ich bin lieber am Meer. Und ich liebe, wenn es üppig grünt und blüht. Oder stattdessen die Menschen aufgeregt um mich herumwuseln. Ich mag´s einfach, wenn was passiert, so muss ich sagen. Und dort oben wäre es, wenn ich meiner Vorstellung trauen darf, ziemlich einsam und eintönig. Und ich habe Angst, dass mir dort möglicherweise ein bisschen die Lust vergehen könnte, wenn ich zulange die gleiche Landschaft sehe und damit zwangsläufig das Gefühl bekommen würde, es geht nicht vorwärts. Das alles noch ohne einen Partner, den ich wenigstens vollquasseln könnte (sofern ich beim Bergauffahren noch die Luft dazu hätte)… Dann muss man sich dort wohl an einigen Stellen mit ausreichend Proviant versorgen, da für ein paar Tage keine Dörfer oder Einkaufsgelegenheiten mehr kommen. Dazu vielleicht ein kleiner Einblick in meine letzte Provianttasche: Ich hatte mir ein Stück Feta, eine Orange und einen Apfel für einen Salat gekauft. Nun: Der Feta stellte sich als ein halbes Pfund Butter heraus und die Orange war bis auf einen bitteren Schnitz vollkommen vertrocknet. Die Alternativ-Mahlzeit (Vollkornbrot mit Schinken) stellte sich als Getreidekaffe heraus und dem Schinken war die Wärme nicht gut bekommen… Falls es also so etwas wie ein Anti-Talent für das Vorräte anlegen gibt: Ich habe es! Bleibt noch ein Punkt zu betrachten: Die politische Situation. Was die angeht, bin ich leider völlig blank. Und es ist mir ein bisschen unwohl, so vollkommen unvorbereitet irgendwo hinzugehen. Und gleichzeitig ist es jetzt von unterwegs aus ziemlich schwierig, sich noch zu informieren. Das gilt gleichermaßen für das beantragen sämtlicher Visa, die ich dort für´s Passieren / Einreisen bräuchte. Das Schwierigste von allen wohl das für China. Da mögt ihr jetzt denken, die spinnt! Fängt eine Weltreise an und hat sich weder informiert noch um Visa gekümmert. Aber ich sage euch: Mir steht jegliche Art von Bürokratie gerade dermaßen knapp unter den Mandeln, dass mir sowohl vor meiner Abreise als auch immer noch schlicht und einfach davor ekelt, mich um all diesen Papierkram zu kümmern! All diese Punkte addieren sich in meinem Inneren irgendwie zu einem unguten Bauchgefühl. Ich wollte diese Reise machen, um endlich einmal ganz nach meinem inneren Instinkt und Gefühl und Bedürfnis zu leben. Und ich denke, jetzt sollte ich auch auf dieses Bauchgefühl hören: Da oben durch, das ist einfach nicht mein Ding!

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Ab durch die Mitte

Jetzt aber zurück zu den besinnlichen, durchgrübelten, abwägenden und beschlussfreudigen Radfahrtagen: Ich habe mich nicht auch deswegen ein wenig zurückgezogen, weil mir seit längerer Zeit eine Entscheidung bevorsteht. Oder sollte ich eher sagen „mich plagt“? Nämlich die der Weiterreise nach der Türkei.

Es gibt im Grunde genommen drei Möglichkeiten. Oben rum, unten rum oder mit dem Kopf durch die Mitte. Und ich fange mal mit der Mitte an. Habt ihr euch schon gedacht? : ) Nun, vor einigen Tagen plötzlich war mir klar, das ist die Lösung! Es ist mir einfach aus einem Bauchgefühl heraus so gekommen, während der Radlerei: Der Iran wird´s!

Aber dann lag ich am Abend im Zelt und die Dinge sahen auf einmal wieder ganz anders aus. Wo noch am Tag die reine Überzeugung war, dass ich auch dort auf freundliche, mir wohl gesonnene Leute treffen werde, wurde in der Nacht plötzlich alles negativ. Also…nicht mehr ganz so sicher eben. Ich müsste sowohl bei der Einreise von der Türkei als auch bei der Ausreise (mit einem Schiff nach Dubai, von dort nach Mumbai) durch gefährliche Gebiete. Zumindest rät das Auswärtige Amt derzeit von Besuchen dieser Zonen ab. Und ich habe mir vorgestellt, wie so eine Bande Entführer wohl arbeiten wird. Ich meine, die dürfen das ja auch nicht offiziell dort. Also müssen die sich irgendwo verstecken. Oder bedeckt handeln. Und sie müssen dann schnell handeln. Also zack, zack! einen in den Lieferwagen zerren und wieder von der Oberfläche verschwinden. Daher wird Touristen wohl auch empfohlen, sich am besten in wuseligen und lebhaften Städten oder Orten aufzuhalten und Einsamkeit sowie Dunkelheit dringend zu meiden.

Jetzt stelle ich mir mal vor, ich müsste einen reichen westlichen Touristen entführen. Wen würde ich wohl als erstes entdecken wenn nicht die große Blonde mit dem durch und durch pinken Fahrrad? Ich kann mich mit diesem Gefährt unmöglich bedeckt halten. Das ist mir gerade eben nochmal bestätigt worden, als mich mitten im Trubel von Thessaloniki der radelnde Spanier aufgespürt hat: Er hat die rosa Kiste gesehen! Wahnsinn!

Dazu kommt, dass ich mir nicht unbedingt sicher bin, ob der Iran wirklich gerne Gäste empfängt. Schon das Visum zu beantragen ist ein kleineres Drama! Aber einmal drin, kann man dort kein Geld abheben und das mitgebrachte kann man hinterher entweder nicht mehr oder nur zu einem äußerst ungünstigen Kurs wieder zurücktauschen (laut Angaben des A.A.). Dann sollte man unheimlich aufpassen, was man fotografiert: Keine Beamten oder Angestellte des Staates, keine Polizisten, keine Politiker, keine dazugehörigen, staatlichen Gebäude, keine verschleierten Frauen, …. Den Iranern ist wohl angeraten, Kontakt zu Ausländern zu meiden und daher wird jegliche Art von Kommunikation dort streng überwacht: Facebook und ähnliche Plattformen z.B. aber auch E-Mail-Services und dergleichen. Dann wird man bei Benutzung eines GPS-Gerätes möglicherweise der Spionage verdächtigt. Und bei der Ausreise, die für mich nur mit dem Schiff in Richtung Dubai möglich wäre, würde ich zwangsläufig ein Gebiet durchqueren, auf das sowohl der Iran als auch die VAE Hoheitsanspruch erheben. Wenn ich Pech habe, werde ich dort noch aufgegriffen und wegen illegalen Aufenthalts (oder was mir da sonst noch alles in die Turnschuhe geschoben werden könnte) aus dem Verkehr gezogen.

Ich glaube, darauf habe ich eigentlich überhaupt keine Lust. Mein eigenes Wesen und meinen Humor schätze ich so ein, als dass mir die dort ziemlich gefährlich werden könnten. Vielleicht sollte ich also einfach einen großen Bogen um den Iran machen und gerne dann wieder kommen, wenn ich das Gefühl habe, dort willkommen zu sein.

So leid es mir auch um die unvergesslichen, herzlichen und gastfreundlichen Begegnungen mit den Menschen dort, die ich sicherlich gemacht hätte, tut!

Die aktuelle politische Situation dort ist mir momentan einfach nicht ganz geheuer.

…und daher kriegt der Iran heute leider kein Foto von mir!

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