Kategorie-Archiv: Deutschland

7_Auf dem Holzweg?

Entgegen der Wettervorhersage hatte ich auch heute bis Traunstein (Halbzeit) die Sonne im Genick. Zwar etwas wolkenverhangen, aber sie war da. Und in Kombination mit meiner Schlechtwetterbrille (Oranges Glas) möchte ich fast schreiben, es war wieder ein strahlend schöner Tag.

Ihr hört wahrscheinlich raus, dass es mir bisher ganz fabelhaft geht. Und das stimmt! Klar, manchmal melden sich die Knie (wenn´s kalt und feucht ist und wegen dem vielen, schweren Gepäck), dann der Hintern und dann die Schultern. Gelegentlich pennen mir meine Füße oder eine Hand weg. Aber sie wachen dann auch wieder auf. Liegt wohl an meinem sanften Fahrstil, dass alle Mitfahrer immer gleich einschlafen…

Nur heute Abend hat mich fast der Schlag getroffen! Da fahre ich nach nun gut einer Woche und 300km langsam dem Tagesziel entgegen und was sehe ich rechter Hand am Horizont? Den Grünten! Und zwar samt Sender!

Doch just in dem Moment darf Herr Fendrich bei Radio Salzburg ans Mikro und beruhigt mich mit einem seiner schönsten Lieder: Ich bin natürlich nicht im Kreis gefahren…

…I am in Austria!

 

Salzburg (JuHe)

Tages-Km: 79,45km / -Zeit: 5:13h / -Höhenmeter: 496m

Gesamt-Km: 329km / -Zeit: 24:32h

13,522 total views, 1 views today

6_Glühwein und ein Wurschti, bitte!

Zu heute,… bzw. eigentlich zu gestern, denn ich schreibe das ja heute, also morgen aus der Sicht von gestern…egal. Jedenfalls zu gestern gibt es nicht viel zu sagen. Aber das habe ich euch ja gestern schon geschrieben (nämlich nix).

Ich hatte einen ausgesprochen lauen und ganz und gar frühlingshaften dritten Advent mit über 10° C! Nicht zu glauben, aber mir gefällt´s! Bzw. hat´s gefallen. Und pünktlich zum Weihnachtsmarkt am Abend wurde es auch wieder zapfig frisch, damit man wenigstens ein bisschen an Weihnachten denken mochte.

Wie´s mir sonst so mit der Radlerei geht, das schreibe ich morgen. Also heute. Egal.

 

Bad Endorf (Basti & Steffi)

Tages-Km: 41,29km / -Zeit: 2:50h / -Höhenmeter: 335m

Gesamt-Km: 249 km / -Zeit: 19:18

13,603 total views, no views today

5_Weihnachtsgeschichte

Heute war wieder ein wunderbarer Tag, nicht zu kalt und nicht zu viel bergauf. Es ist einfach und leicht dahingelaufen. Und weil ich gar so gut in der Zeit lag und weil morgen Sonntag ist, habe ich mich von irgendeiner mir unerklärlichen Kraft ganz ohne großes Dagegentun auf die Terrasse eines Cafés am Straßenrand ziehen lassen und mir ganz genüsslich eine(n)* Latte gegönnt. Und dabei ist mir etwas eingefallen… oder aufgefallen:

Es ist ja nun kein Geheimnis mehr, dass ich nicht gerade zum idealsten aller Zeitpunkte losgefahren bin. Aber was soll`s? Manchmal kommt´s eben un-ideal. Dafür hat sich mir nach den ersten fünf Tagen die wunderbare Vorahnung bestätigt, dass die Menschen doch viel besser sind, als wir uns manchmal einzureden geneigt ist. Ich bin ja generell der Meinung, dass jeder Mensch „gut“ ist… ganz tief drin. Wie soll´s auch anders sein? Denn kann ein ganz neugeborenes, frisches, junges Menschlein überhaupt „böse“ sein? Ich glaube nicht. Das kommt doch erst durch die Erfahrungen, die es macht. Und die Einflüsse, denen es ausgesetzt ist. Und angenommen, das stimmt so, dann müsste es doch möglich sein, in jedem Menschen das „Gute“, das in ihm wohnt, zu wecken. Oder nicht?

Na, was ich dazu jedenfalls konkret sagen kann, ist: In den letzten paar Tagen habe ich schon so herrlich gute Erfahrungen mit meinen Mitmenschen gemacht, dass mir dazu heute irgendwie die Weihnachtsgeschichte von Josef und Maria eingefallen ist. Ich bin auch vergangene Nacht ganz spontan von Familie Mayer von der Pension Wendelstein zum Übernachten eingeladen worden. Einfach, weil sie mein Projekt gut finden! Und die Nacht zuvor war´s genauso. Und die Nächte davor und die Nächte jetzt dann darf ich bei Freunden und Bekannten bleiben. Mein Weg führt mich irgendwie von einer offenen Haustür zur nächsten. Und hier eben der Gedanke an Josef und Maria – es ist wie damals: Kurz vor Weihnachten, es ist kalt draußen, ich muss jeden Abend eine Unterkunft finden, aber es gibt einen Unterschied: Ich bin überall herzlich willkommen! Sind die Menschen im Vergleich zu damals besser geworden? Oder habe ich einfach nur unendlich viel Glück? Ich weiß es nicht. Jedenfalls danke ich euch von Herzen für eure offenen Haustüren!

)*Den Erguss über dieses „n“ spare ich mir erst mal noch auf. Für den Moment, in dem ich endlich eine klare Meinung dazu habe, ob ich es nun richtig oder falsch finde…

Brannenburg (Adalbert)

Tages-Km: 29,84km / -Zeit: 2:05h / -Höhenmeter: 258m

Gesamt-Km: 208 km / -Zeit: 16:28

 

908 total views, no views today

4_Frühlingsanfang!

So schaurig, ungemütlich und stürmisch sich das Wetter gestern gezeigt hat – heute war es mir, als wäre der Winter längst vorbei: Die Sonne hat vom strahlendblauen Himmel heruntergelacht und die Vögel haben in den Ästen gezwitschert, dass es gerade eine Freude war (für mich. Für Skifreunde natürlich nicht, das weiß ich). Jedenfalls ist es mir ganz herrlich ergangen. Solange, bis ich festgestellt habe, dass es auch heute wieder nur bergauf ging. Komisch, man kann in dieser Gegend hier weit und breit keine großen Berge in Fahrtrichtung sehen. Und trotzdem geht es immer nur bergauf! Man müsste doch glauben, wo´s zuerst nach oben geht, geht´s irgendwann auch mal wieder runter. Aber weit gefehlt! Und so habe ich trotz schönstem Radlwetter innerlich langsam zu murren begonnen. Man kommt nämlich einfach nicht voran! Und dieses undankbare Murren wurde mir von unserem lieben Petrus ganz kurz vor meinem Tagesziel gleich wieder auf´s Butterbrot geschmiert: Da ging´s nämlich doch endlich mal richtig, richtig bergab ins Loch. Und was? Klar! Drüben wieder wieder rauf. Aber ungefähr zweimal so hoch! Hier stimmt die Regel, wie´s aussieht… Ich hasse Löcher! Hab ich das schon erwähnt? Und erst recht, wenn´s unten nix Tolles zu sehen gibt! Aber trotzdem: Danke für das schöne Wetter heute. Sind wir jetzt wieder gut?

Und jetzt nochmal einen kleinen Sprung zurück, ganz zum Anfang dieses Tages. Ich hatte ja das Beinhofer erwähnt. Und für dieses kleine, süße Schmuckkästchen muss ich jetzt einfach nochmal die Werbetrommel rühren – ganz nach dem Vorbild unseres lieben Herrn Kerkeling, der gerne mal einen Reiseführer über eine ganze Sammlung von Geheimtipps schreibt: Also, falls euch jetzt in der ruhigen Zeit, im nächsten Sommer oder wann auch immer mal die Ideen ausgehen, wie man sich selbst ein Stück Glück schenken kann…fahrt einfach nach Murnau, hatscht ein bissl um den Staffelsee und setzt euch anschließend zum Beinhofer! Das Essen schmeckt ganz hervorragend, der Cappuccino auch und obendrein sind die Wirtsleute einfach unheimlich lässig!

Mein Tipp: Probiert´s aus, bevor Herr Kerkeling es entdeckt!(www.gasthaus-zum-beinhofer.de)

Und P.S.: Liebe Beinhofer´s: Ich danke euch für einen wunderschönen Kurzaufenthalt und natürlich euer tolles Spontansponsoring! Ich komme wieder!

 

Miesbach (Pension Wendelstein)

Tages-Km: 65,52km / -Zeit: 4:55h / -Höhenmeter: 639m

Gesamt-Km: 178 km / -Zeit: 14:23

 

13,536 total views, no views today

3_Matschwetter

Heute ging´s schon mit leichtem Regen los. Als ich mich nach erledigtem Ankleidevorgang an mir selbst heruntergeschaut habe, dachte ich an eure Kinder, kurz bevor ihr sie zum Kindergarten bringt: Helm, darunter gelbe Kauptze der Daunenjacke, darunter Mütze, darunter Schal, darunter Regenhose, darunter rosa Gummistiefel. Herrlich! „Und jetzt ab, Angi, raus an die frische Luft!“. Der Himmel dick grau, das motiviert nicht unbedingt zum Radfahren. Aber Gott sei Dank gibt´s ja heutzutage so tolle Erfindungen wie mp3-Player. Und mit ein bisschen guter Musik hält einen dann auch kein Sturmwind, kein Regen- oder Schneefall und keine Eispiste im Wald mehr davon ab, vorwärts zu kommen. Nur absteigen war keine so gute Idee heute – da wurde es nämlich samt Daunenjacke und Regenhose binnen weniger Minuten ganz schön frisch! Hat aber den Vorteil, dass man ganz gut Strecke macht. Und wenn´s nicht dauernd bergauf gegangen wäre, hätte ich die 50er-Marke bestimmt schon geknackt. …kommt noch!

Jetzt lege ich mich in mein kuschelig-warmes Bett beim Beinhofer. Eine uralte Bude total hübsch hergerichtet: Knarzende, hölzerne Dielenböden, bucklige Trittstufen, … das gefällt mir!

 

Murnau (Gasthaus Beinhofer)

Tages-Km: 47,82km / -Zeit: 3:48h / -Höhenmeter: 524m

Gesamt-Km: 113 km / -Zeit: 9:28

 

13,620 total views, no views today