Kategorie-Archiv: Griechenland

74_Germanerbia

Kaum hatte ich den PC heruntergefahren, habe ich wie durch Zufall plötzlich doch noch die Fähr-Anlegestelle in Kavala gefunden. Na, wenn das so ist, dachte ich mir, dann eben doch die Inselvariante. „Die Fähre fährt in 10 Minuten! (Die letzte für heute)“.

Auf den letzten Drücker ein Ticket gekauft und noch schnell über die Laderampe, da sah ich es schon stehen: Noch ein Radl. Aber kein Herrchen mehr da. Egal. Ich parkte mich einfach daneben und spätestens beim Aussteigen würde sich schon zeigen, wem dieser Drahtesel gehört. Dann rauf auf´s Deck und einen guten Platz sichern. Ich saß hinten und es dauerte nicht lange, da kam so ein Kerl in Leggins. Hmm, das könnte ein Radler sein. Ich war schon drauf und dran, rüberzugehen und ihn anzusprechen, als er gerade seinen Selfie-Stick auspackte und lauter Poserfotos von sich und dem Heck-Deck machte. ….ok, vielleicht bleibe ich doch lieber sitzen. Arme verschränken, Sonnenbrille auf und stur zur anderen Seite schauen.

Dann kam der große Moment des Aussteigens. Ich war gespannt, ob es tatsächlich der Selfieposer war. Aber das Radl war schon weg. Schade, dachte ich mir und ärgerte mich irgendwie ein bisschen, dass ich nicht schneller war beim Aussteigen. Doch dann sah ich ihn draußen warten: „Hello! I´m from Serbia, student (and extreeeemly good looking btw!).“ – „Hallllo!“ (Ich konnte nicht glauben, dass mich meine rosarote Brille so getäuscht hatte! Ich meine: So ein Fahrgestell kann man unmöglich links stehenlassen – nicht mal, wenn es einen Selfiestick in die Luft hält! Was war da bloß schiefgelaufen auf dem Oberdeck?)

Jedenfalls kamen wir ja draußen ins Gespräch und hatten´s gleich so lustig, dass wir beschlossen, zu heiraten. : ) Nein Quatsch. Wir fuhren diese Etappe gemeinsam. Und nachdem sein Zelt riesig war (für 3,5 Personen um genau zu sein), wurde ich eingeladen, meinen Krempel schön in den Taschen zu lassen. Feine Sache! Und als ich mein Bettchen bezogen hatte, brannte schon das Lagerfeuer. Und dann war mir klar: Der nächste Tag gehört auch noch ihm!

Und so kam es. Klar! Wir fuhren durch zauberhafte Olivenhaine, Blick auf das dunkelblaue Meer, am Horizont der verschneite Olymp, Sonne, … das Paradies auf Erden! Und ein Traumhaus zum Verkauf. Sollte vielleicht irgendjemand von euch irgendjemanden kennen, der irgendjemanden kennt, der… ein paar Milliönchen entbehren kann: Ihr wisst, wie ihr mich findet!

Bis es soweit ist, dass sich irgendjemand deswegen bei mir meldet, fahre ich erst mal weiter mit Ogi. Ich kann euch sagen: Dieser Typ wird einmal ein berühmter Basejumper! Oder was Vergleichbares. Der ist so was von durch und durch crazy, dass mir dafür irgendwie die Worte ausgegangen sind…. Total fokussiert, weiß was er will, liebt sein Leben und gleichzeitig jede Art von Adrenalinspritze, ein wilder Hund einfach. Bin gespannt, wie er mal auf sich aufmerksam machen wird! Wäre er ein Pferd, ich würde glatt alles auf ihn setzen…

Nur mit dem Lagerfeuer, … sagen wir mal: Da gibt es noch Kommunikationsbedarf! ; )

 

Thasos / Thasos (Zelt mit Ogi)

Tages-Km: 14,24km / -Zeit: 1:22h / -Höhenmeter: 347m

Gesamt-Km: 4.276km / -Zeit: 290:56h/ -Höhenmeter: 37.719m

13,176 total views, 6 views today

71_Summer finally!

Hello again and sorry for the long silence! We had an incredibly grey, rainy, wet and cold week here in Thessaloniki and all I could do was to hang out with Stelios, having great coffees and dinners, meeting a couple of interesting and amazingly friendly people, listening to music and seeing movies. Stelios and Fanis, if you read that: Once more thank you so, so much for the unforgettable time we had together and that you didn´t kick me out of your comfortable and warm house when conditions were so ugly outside! I lift my hat for your amazing hospitality!

Now since Sunday Im on the road again and finally, finally I seem to have arrived were I wanted to: In sunny and warm spring-weather when cycling conditions couldn´t be any better. I sleep in amazing places and yesterday I had my first beach-shower near Kavala. There´s no need for many words, just: I feel gooooood!

 

Nea Ieraklitsa (Zelt)

Tages-Km: 87,17km / -Zeit: 4:59h / -Höhenmeter: 406m

Gesamt-Km: 4.172km / -Zeit: 283:03h/ -Höhenmeter: 36.319m

2,318 total views, no views today

71_Über´m Berg

Hallo, da bin ich wieder! Lange hat´s gedauert, ich weiß. Aber es war hier eine Woche lang Schmuddelwetter vom Allerfeinsten und mit allem, was dazu gehört: Düsteres Tageslicht, dicke graue Wolken, Regen, Wind, Nässe, Kälte. Schon der bloße Gedanke, mich bei diesen Konditionen auf mein Rad zu schwingen, ließ mir einen kalten Schauer den Rücken hinunter rieseln. Aber beschäftigen wir uns nicht länger mit diesen Horrorszenarien, denn meine Wahrheit war nämlich – wieder einmal – eine ganz andere: Ich durfte bei Stelios und seinem Cousin bleiben, bis das schlechte Wetter vorbei war. Und in der Zwischenzeit haben wir uns gemeinsam Thessaloniki gewidmet. Wir waren (so was von) gut Essen, Kaffeetrinken, Ohrringe stöbern, Lyraspielen, bei einem Festival für griechische Traditionstänze und beim Dokumentarfilmfestival. Übrigens ein guter Filmtipp: Eine Dokumentation über den Nationalpark „Virunga“ in Afrika. Leider eine wahre Geschic

13,016 total views, 7 views today

Above rules

It´s incredible: Greece seems to not to want me to go! And almost magic things are happening to make me stay more and more!

Yesterday I sat in a café writing my blog before I actually wanted to leave the Thessaloniki. But right in the moment in wich I sat down to start a woman came to my chair and asked something about my bike which was parked outside. I didn´t understand what she acutally wanted but then I realised the man standing next to me. And I thought that I didn´t see him for the first time…but it too me some seconds to recognise who he was: He was Javier, the cyclist from Spain we met on our first day here in Greece. Actually he was travelling into the opposite destination and was moving to Budapest. So how could it happen that I met him here in Thessaloniki? Then he explained that he was spending the weekend here with his girl and that they were just walking through the really, really crowded city when he suddenly saw a pink box! : )

It was such a good feeling to hear somebody calling my name here so far away from home! And they also seemed to enjoy it. We were standing outside next to my bike, hugging and loughing and talking about the `warmshowers`-platform and other cycling stuff when finally, after Javier and Margherita had left, a Greek man on an also pink bike did the first step by saying: “You know, I´m also enjoying warm showers!”

He brought me to a very sweet and original Greek little restaurant and then offered me a stay on warmshowers. And what else I got, just listen!

(So sorry, but as expected the video is to big for the upload. Imagine you would see and hear Stelios playing the typical Greek Lyra. And be sure: You missed something!)

Or try out Facebook: https://www.facebook.com/buhlangela?ref=hl

 

1,544 total views, no views today

Himmelsspiel II

…ja, noch eins! Und zwar ein mindestens so verrücktes, wie das letzte. Es geht los vor zwei Tagen:

Ich wollte den Tag nach meiner Ankunft hier in Thessaloniki nutzen für ein paar nützliche Stadtgänge wie Post, Internet Cafè, Blog schreiben u.s.w. Aber so weit kam es nicht! Ich ging zur Promenade am Wasser und war auf der Suche nach dem richtigen Plätzchen zum Schreiben, als plötzlich ein Zweimeternochwasgrieche vom Himmel fiel und direkt neben mir landete. Stelios, wie sich auf meine erste Frage an ihn herausstellte. Seine erste Frage war: „Bist du Tourist?“, die zweite: „Wie lange bleibst du?“, die dritte: „Bist du Single?“ Mit Mühe und Not konnte ich ihn auf einen Kaffee ausbremsen. Eine durchaus amüsante, aber irgendwie auch komische und alles in allem vogelwilde Begegnung, aber wir verabredeten uns auf einen Abschiedskaffee am nächsten Tag bevor ich die Stadt wieder verlassen wollte. Am selben Abend war ich nämlich schon mit Theano zum Gottestdienst verabredet, da konnte er machen, was er wollte, der griechische Meterstab!

Ich hatte gestern also jede Menge Schreibkram nachzuholen und setzte mich dazu in ein Café. Und zwar bevor ich mich bei ihm meldete! Da tippt mir plötzlich eine Dame auf die Schulter und fragt mich, ob das mein Radl wäre da draußen vor der Tür. Ich bejahte, verstand aber nicht, warum sie gefragt hatte. Jedenfalls wegfahren sollte ich es nicht! Da bemerkte ich erst den Mann an ihrer Seite. Es war Javier! Ein spanischer Radler, dem wir an unserem ersten Tag in Griechenland begegnet waren. Er war eigentlich in die entgegengesetzte Richtung unterwegs, also von Süden Richtung Norden. Und jetzt stand er plötzlich vor mir! Ich konnte es nicht fassen! Er war für ein Wochenende nach Thessaloniki gereist, um hier mit seiner Freundin ein romantisches Wochenende zu genießen. Da flanierten sie dann ganz entspannt durch die samstägliche Trubelzone der wirbeligen Stadt, als er plötzlich eine rosa Kiste sieht und energisch aufschreit: „Die kenn ich, die Kisste!“ und zieht seine Frau durch die Masse bis mitten ins Cafè, direkt vor meine Zehenspitzen! Oh Mann, ist das nicht verrückt?

Wir waren alle drei so aufgekratzt und glücklich und quasselten wild durcheinander über`s Fahrradfahren und `Warmshowern`, das Pendent zum `Couchsurfen`, nur für Biker, sodass irgendwann auch noch ein Grieche um uns herumschwänzelte – ganz dezent und zaghaft, aber schon auch merklich. Und als Margherita und Javier mich dann mit vielen Umarmungen und Küssen verabschiedet hatten, sprach es ganz schüchtern von einem ebenfalls pinken Trekkingrad: „Weißt du, ich bin auch ein Warmduscher!“

So kamen wir ins Gespräch. Von dort in ein faszinierendes, kleines griechisches Restaurant, von dort aus zu ihm nach Hause. Was ich dort bekam, bedarf keiner weiteren Worte:

(Ihr hört das wunderbare Spiel einer original griechischen Lyra, leider ist mein Video um Welten zu groß für den Upload… Es tut mir wirklich im Grunde meines Herzens leid, aber: Ihr habt was verpasst!)

Es sei denn, ihr habt Glück und der folgende FB-Link funktioniert: https://www.facebook.com/buhlangela?ref=hl

Ach ja, fast hätte ich vergessen, den Kreis zu schließen. Also dieser Stelios, der Typ von vorgestern, hat mich knallhart versetzt. Aber bevor ich mich darüber ärgern konnte, standen da erst Javier und Margherita, dann der Warmduscher-Grieche vor mir. Er hat die Verabredung mit Stelios nahtlos übernommen. Und ratet mal, wie er sich gleich im zweiten Satz vorgestellt hat, nachdem er den ersten Kontakt aufgenommen hatte! „I´m Stelios, and you are?“ : )

So kam es also, dass ich Stelios niemals hätte kennengelernt, wenn da nicht dieser Stelios gewesen wäre. Also: Wäre nicht Stelios (der Erste) gewesen, hätte ich an diesem Tag meinen Blog geschrieben, hätte also nicht am Tag danach im Café gesessen, hätte nicht Javier meine rosa Kiste gesehen, hätte nicht seine Freundin mit mir über Warmshowers gesprochen, hätte nicht Stelios (der Zweite) einen Anstoß gehabt, mich anzusprechen, hätte ich glatt dieses einzigartige Privatkonzert einer griechischen Lyra verpasst! Und ist das nicht Beweis genug, dass auch die schrägsten Vögel irgendwie ihre Daseinsberechtigung haben? Manchmal zumindest…

1,284 total views, no views today

68_Thessaloniki

Nach einigen besinnlichen, durchgrübelten, abwägenden und beschlussfreudigen Radfahrtagen genieße ich heute erst einmal die gastfreundschaft von Theano und Jorgos. Die beiden habe ich in Almiros bei Familie Sianos kennengelernt und sie haben mich dort gleich eingeladen, in Thessaloniki bei ihnen zu wohnen. Das finde ich schon bemerkenswert! Denn weder spreche ich Griechisch, noch sprechen die beiden Deutsch oder Englisch. Aber sie hatten keinerlei Angst oder Hemmungen davor, mich zu sich einzuladen. Das finde ich große, große Klasse und lupfe ganz hoch meinen Hut!

Gleich nach der Ankunft gab´s gefüllte Paprikaschoten, dann Mittagsschlaf und anschließend einen ersten Stadtrundgang mit dem süßesten fast fünfzig Jahre lang verheirateten Ehepärchen Griechenlands!

Danke Theano und Jorgos!

 

 

Thessaloniki (Theano und Jorgos)

Tages-Km: 35,99km / -Zeit: 2:05h / -Höhenmeter: 223m

Gesamt-Km: 3.951km / -Zeit: 268:23h/ -Höhenmeter: 34.152m

13,351 total views, 6 views today

67_Schuh-bidu-bidu!

Nach dem spärlichen Eindruck, den der legendäre Olymp gestern Vormittag hinterlassen hatte, kämpfte ich mich noch über den Kamm – 3° oben und ich hatte alles an, was der Kleiderschrank hergab! Oh mann, wann wird´s mal wieder richtig Sommer?

Dafür durfte ich mir jetzt aber eine feine Belohnung gönnen, als ich wieder unten war: Lidl! Und zwar gab´s da Vollkornbrot aus der Dose, zwei Schokodonuts und zwei Tafeln weiße knusper-crisp „Schokolade“ mit ganzen Haselnüssen. Schluss mit 85% Kakao Deluxe-Genuss: Heute tut´s mir auch mal die „abgespeckte“ Variante: Fett & Zucker. Ich brauch ja schließlich nicht immer vom Besten. Und außerdem steht auf der Packung sogar ganz dick was von Sport drauf. Das ist doch mal praktisch. Also rein damit! Und die fluffigen Donuts? Viel Luft um ein großes Loch. Wo soll da bitte Platz für Kalorien sein? Da hat er schon Recht, mein lieber Kollege Christian! Was soll denn nur immer diese Panik um den Waagenzeiger? Die Seele braucht auch was zu Futtern! Oder was glaubt ihr, wo die Glücksgefühle herkommen, wenn die Sonne einen so jämmerlich im Stich lässt? Und außerdem: Es geht ja nicht immer gleich direkt in den Magen und von dort auf die Hüften. Das Auge isst ja schließlich auch mit…

Frisch gesüßt arbeitete ich mich noch bis ganz ans Meer vor und dort wurde ich mir einer ganz neuen Art von Gefahr gewahr: Es öffnen langsam die Geschäfte in den Strand-Touri-Meilen… Klingelt nicht? Na, was betört Frauen wohl am meisten neben Schmuck, Handtaschen und… ja euch Männern natürlich? S-c-h-u-h-e! …ich konnte einfach nicht widerstehen. Auch wenn in meinen Taschen kein Platz dafür ist. Aber ich bin der Meinung, Künstler muss man unterstützen, wann immer sie etwas besonders gut können. Und meine neuen Sommersandalen hat die Frau im Laden selbst gemacht. Und zwar ganz besonders schön! Dazu kam, dass mein Lieblingsdesign auch noch genau einmal in meiner Größe da war. So was nenne ich dann immer schlicht und einfach Schicksal. Die haben offensichtlich gerade auf mich gewartet! Und Schuhe lässt man nun mal einfach nicht warten. Basta.

Ein voller Erfolg also, dieser gestrige Tag rund um den griechischen Götterberg! Und wer weiß: Vielleicht bald und endlich offiziell anerkannte neue olympische Disziplin: (pures) Gift-Shopping!

 

Halkidona (Hotel Halkidona)

Tages-Km: 70,07km / -Zeit: 4:01h / -Höhenmeter: 348m

Gesamt-Km: 3.915km / -Zeit: 266:18h/ -Höhenmeter: 33.928m

13,349 total views, 6 views today