Kategorie-Archiv: Nepal

Pics of Nepal

It comes a bit later than originally planned but…it just shows that I didn´t forget what I promised you: Please enjoy the following links!

First:For a real and true and absolutely honest donation for the victims of the earthquake in Nepal: Maybe a nice idea for Christmas…

http://pailopaila.org/

Hello you guys over there: Amazing what you´re doing in order to not forget your neighbours! All the best and many greets from Vancouver!

Second: The pictures from our great time in Nepal:

https://www.facebook.com/buhlangela?fref=ts

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Bilder von Nepal

Ein bisschen später als ursprünglich gedacht, aber da seht ihr mal: Wenn ich was verspreche, halte ich es auch! Ich hier zwei Links für euch – einen wichtigen und einen weniger wichtigen:

Erster: Es ist so weit! Die Seite der Jungs aus dem Hostel in Nepal ist endlich online. Falls jemand von euch – vielleicht zu Weihnachten – noch gerne etwas an eine Hilfsorganisation spenden möchte: Hier ist eure Seite für die Erdbebenopfer in Nepal. Die Jungs, die das aufziehen, haben wir persönlich kennen und lieben gelernt. Es ist unglaublich, wie sie sich ins Zeug hängen für ihre Mitmenschen und ihr könnt euch absolut sicher sein, dass eure Spenden dort in besten Händen sein werden!

http://pailopaila.org/

 

Und zweiter: Unsere herrlichen Erinnerungen an die Zeit in Nepal. Viel Spaß beim Durchblättern!

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164_Grosses Halbfinale

Die einzige Kraftquelle, die wir gestern noch auf dem Weg fanden, war schon unser Nachtdomizil. Dort zauberte uns die wirklich bemühte und sehr freundliche Nepalesin auf unseren Wunsch eine Fertignudelsuppe. Und noch eine. Die tat gut. Zumindest bis zur Hälfte der zweiten Schüssel… Und dann kam das ´Abenteuer Nacht´! Schon bei unserer Ankunft hatte der Strom einen Aussetzer. In Zwanzig Minuten wird´s wieder gehen, meinte die Hausherrin. Na gut, dann duschen wir eben erst Mal, solange es von draußen noch Licht gibt! Meine Schwester durfte heute zuerst. Und wie durch ein Wunder wollte sie heute Mal nicht ihre Haare waschen! Dann war ich dran: Stinkeklamotten runter, nassspritzen, einseifen, …Wasser geht aus! Wie jetzt? Ich schickte meine Schwester zur netten Dame um sie zu bitten, dass sie da vielleicht einen Hahn aufdreht oder so. Doch die Antwort, die zurückkam, lautete: Wir haben keinen Strom. Das bezog sich hier offenbar auch auf den Wasserstrom in der Leitung! Aber umgehend schafften mir die beiden mit vereinten Kräften einen großen Eimer mit Wasser aus einem anderen Hahn heran. Drin ein kleines Häfelchen, mit dem ich mir jetzt nach gut einer Viertelstunde die juckende Seife vom Leib schwappen konnte. Ich resümiere: Kein Wasser, kein Strom, kein Licht, kein Internet sowieso, kein Ventilator. Aber dafür rudelweise bissige Steckmücken, die sich diebisch über ´die Nacht der offenen Fenster´ freuten! Dazu das Bett so breit wie zwei Biertische und die Matratze hart wie ein Tanzboden. Wie sollte ich als Bauchschläfer denn da den prallen Suppenmagen in den Untergrund pressen?

Man nennt das wohl eine ´harte Nacht´. Denn gerade als wir eingeschlummert waren, kamen neue Gäste. Und die stritten sich gute Zehn Minuten volle Lautstärke mit der Nepalesin…draußen im Korridor, direkt vor unserem geöffneten Fenster. Irgendwann meinte meine Schwester mit weinerlicher, zittriger Stimme: „Die regen mich soooo auf!“ – „Ja geh halt raus und sag´ ihnen, sie sollen leise sein“, gab ich ihr verschlafen und zugegeben etwas lustlos zurück. Da tat es vom Bett nebenan einen schrillen Pfiff und ein „HE!!! Silence!“ und draußen wagte keiner mehr zu atmen. Für Zwei Sekunden. „Naja, so hätte ich es jetzt nicht gemacht“, meinte ich noch superschlau. Doch als das noch ein paar Minuten so weiterging und sich kein Ende abzeichnete, war auch mein Geduldsfaden langsam überdehnt: Ich stand auf, schnappte meine Taschenlampe, riß die Holzür auf, Leuchtkegel nach rechts…, Leuchtkegel nach links… und da hatte ich sie erwischt! Ich schritt zum linken Ende des Flures und fragte den Typen, ob er sich eigentlich nicht leise streiten könnte. Schließlich waren hier noch ein paar mehr Gäste im Haus, die vielleicht gerne schlafen würden. „Ja aber es gab keinen Strom!“, meinte er bestürzt. Ach neee! Es gibt hier auch kein Wasser und kein Licht! Das Einzige, was man hier tun kann, ist schlafen. Und das würde ich jetzt gerne! …er nickte verständnisvoll und nach Zwei Minuten war Stille. Die ganze Nacht lang! Wer hätte das gedacht?

Doch in der Früh, gerade als ich zum ersten Mal richtig tief und entspannt geschlafen hatte nach der übergangenen Müdigkeit am Vorabend, riß mich dieser Vollpfosten mit einem hitzigen Disput am Telefon aus dem Tiefschlaf. Ich war totmüde und hungrig. Und wer mich in dieser Lotto-Sechser-Kombi erleben will, ist wirklich grad selbst schuld. Diesmal schrie auch ich nur vom Bett aus um meine verdiente Nachtruhe. Doch er reagierte erst gar nicht. Wie will man ihm da noch helfen, er will es offenbar so: Ich musste das Bett verlassen. Doch das hat seinen Preis! Ich schnappte mir das Bürschchen und wollte ihm sein Idioten-Phone aus den Griffeln reißen. Doch er umklammerte es wie einen dicken Baumstamm in der reißenden Strömung. Na gut, dann behalt dein Scheiß-Phone, dachte ich mir und schob ihn wenigstens aus dem Flur ins Freie. Doch unterwegs krallte er sich rettend in seinen Türstock. Na gut, dann eben da rein! Ich schmetterte die Tür zu, Riegel vor und zur Sicherheit noch unser Schloss davor gehängt. Und den Schlüssel bekommt er erst wieder, wenn ich ab sofort mindestens noch eine Stunde in absoluter Stille ausschlafen könnte! …es war muxmäuschenstill! Für gute eineinhalb Stunden. Dann trommelte etwas gegen Holz. Ich hörte es nur aus einer weiten, verschlafenen Ferne. Doch meine Schwester erzählte mir später, sie hätte ihm dann den Schlüssel gebracht, weil er so lange stillgehalten hatte. Und als sie ihm aufsperrte, hing er wie ein Äffchen mit seinen Armen im Fenstergitter zum Flur… Ein bisschen plagte mich jetzt schon das Anstands-Gewissen, jetzt da ich ausgeschlafen hatte. Aber beim Frühstück schmunzelte mich plötzlich ein anderer Gast an und meinte mit beiden Daumen nach oben: „You did very well!“

Es war diese Nacht eine denkbar gute Grundlage für den heutigen, den letzten Radeltag! Wir kamen wieder erst gegen Mittag los und es war bereits brennend heiß. Und es ging bergauf. Google hatte uns auf gute Vierzehnhundert Meter Passhöhe vorbereitet! Der Magen immer noch flau, die Kräfte dahin, da sah ich nur noch eine Rettung: Um Regen beten! Aber es blieb der Himmel strahlend blau! Und es wurde der Weg steiler. Und der Verkehr dichter und aggressiver. Die schwer (ü)be(r)ladenen Laster spuckten rabenschwarze Rußwolken aus den Auspuffen und vernebelten die ohnehin schon staubige Sicht. Sie hupten und sie rasten an uns vorbei wie Wilde! Sie schnitten uns und boxten uns vom Asphaltbelag. Wo hatte er nur aufgehört, der idyllische Highway? Jetzt, da es ins Gebirge vor Katmandu hinaufging, drehten sie irgendwie alle am Rad! Bei dem Gestank konnte ich noch weniger an Essen denken, als die Tage zuvor. Eine halbe Gurke und Vier Äpfel waren die spärliche Tagesbilanz, die mir das Überleben sicherte. Und weiter ging´s hinauf! Bis wir endlich so etwas wie eine Passhöhe erkennen konnten – noch mindestens Dreihundert Höhenmeter in der Zukunft!

Dann dämmerte es. Nicht mir! Sondern um mich herum. Wir waren spät dran! Oder besser gesagt: Wir waren zu spät dran! Viel zu spät! Wir konnten froh sein, wenn wir oben noch bei Helligkeit ankamen. Aber von dort würden es dann immer noch gute Fünfzehn Kilometer bis zum Hostel sein – das schaffen wir nie! Na gut, nehmen wir uns eben nochmal ein Hotel. Wir kämpften und kämpften und kämpften! Alle Viertel Stunde warf ich einen Blick auf den Höhenmeterzähler, der uns motivieren sollte. Und alle halbe Stunde durften wir uns Fünf Minuten Pause gönnen. Mit so einem Plan zieht man sich ein bisschen leichter den Hang hinauf. Aber irgendwann ist einfach jeder Trick einfach nur noch gut gemeint. Der Körper kann dann schlicht nicht mehr!

Doch wir haben´s geschafft! Oben waren wir! Mit Blick auf Katmandu. Und den Sonnenuntergang. Jetzt ging´s erst Mal hinunter. Doch ein Hotel finden? Im Speck-äääh eher Dreckgürtel der Hauptstadt? Das war nämlich alle schon offiziell Katmandu. Aber hier hätten uns keine Zehn Pferde halten können. Die Leute liefen alle mit Mundschutzmasken rum, so böse stank und rauchte der Highway! Und ein nettes Hotel? Vergiß´ es! Irgendwann meinte ich zu meiner Schwester: „Was meinst du, packen wir´s noch bis ins Hostel?“ Das war einmal quer durch den Sumpf am anderen Ende der Stadt! Doch sie nickte: „Jo, wir schaffen das!“ Und wir stiegen in die Eisen!

Mittlerweile war wohl auch unser Expressfax an Petrus eingegangen und das Universum schickte uns den Bearbeitungsstatus: Erledigt! Es regnete in Strömen! Jetzt, da es ohnehin schon frisch war und wir die Abkühlung alles andere als gebrauchen konnten. Es wurde dunkel. Und wir flossen mit dem wahnsinnig gewordenen Feierabendverkehr langsam gen Katmandu-Zentrum: Busse, Taxis, Motorräder überholten uns und scherten knapp vor uns wieder ein. Dazu sahen wir in unseren Rückspiegeln rein gar nichts als grell blendende Scheinwerferlichter. Das war ein Abschluss: Bei Sauwetter nochmal durch eine Großstadt! Und zuvor ein richtiger Pass! Ich war nur heilfroh um mein Navi, das uns zielsicher durch die Windungen der vielspurigen Straßen lotste! Bis es langsam wieder ruhiger wurde um uns herum. Die Autos, Motorräder und Busse verschwanden nach und nach, die Fußgängerschwaden waren durch einzelne Passanten mit hochgezogenen Schultern unter tief heruntergezogenen Regenschirmen ausgetauscht worden. Und es wurde noch dunkler. Keine Straßenbeleuchtung mehr, keine Leuchtreklame. Die Läden versteckten sich alle hinter heruntergelassenen Rolltoren. Jetzt wurde es ruckliger und buckliger. Bis der Asphalt schließlich ganz der Vergangenheit angehörte. Wir steuerten durch tiefe, mit Schlammwasser gefüllte Bodenwellen und Schlaglöcher. Die Straßenflucht wurde enger und enger und dunkler und grusliger. Ich wagte meinen schlimmsten Gedanken nicht zu denken: Was, wenn die Adresse nicht stimmte? Was, wenn das Navi uns völlig falsch lenkt? Und kaum angedacht: „Bitte biegen Sie jetzt links ab!“ Doch links war nur eine lange Mauer! Na bravo! Es regnete in dicke Wollfäden und wir waren beide nass bis auf die Haut! Und jetzt standen wir mitten in der schwarzesten Gegend von Nepals Hauptstadt und kamen nicht mehr weiter? Alles war dunkel, alles war dicht. Kein Auto, kein Passant, kein räudiger Straßenköter mehr!

Da kam ein Lichtstrahl aus der Mauer. Er gehörte zum Scheinwerfer eines Taxis! Also gab es da doch eine Straße? Sie war gerade mal Drei Meter breit und konnte nicht im Navi eingetragen sein! Aber wir nahmen sie trotzdem. Unten, am Ende des kurzen Stichs, ging´s sogar nach rechts weiter, wie von der Navigationsstimme angesagt. Doch der Bollerweg führte uns nirgendwo anders hin als mitten in ein Dickicht und so was wie eine Baustellenzufahrt. Wir mussten absteigen und durch die Drecklöcher schieben. Doch immerhin: Noch ging es weiter, wie im digitalen Plan angezeigt. Und wir kamen tatsächlich wieder auf eine kleine Straße! Doch jetzt drehte das Navi durch! Ich konnte das Display durch die nasse Schutzfolie nicht mehr bedienen. Ich wischte mit den allerbesten Bemühungen, aber es war nichts zu machen: Wir verloren den Faden!

Bis ich die Navigation neu starten konnte, fragte meine Schwester eine Fußgängerin: Hostel? Dormnepal? – Zuckende Schultern. Keiner hatte je davon gehört! Ein bisschen wurde uns jetzt schon bange! Dann endlich kam wenigstens die App zurück: Wir mussten nicht weit weg davon sein – laut eingespeichertem Zielpunkt. Aber irgendwie stimmte durch die dicken Regenwolken die GPS-Funktion nicht mehr so zuverlässig: Die Kompassnadel drehte sich wild im Kreis, mal sollten wir links abbiegen, mal rechts und Ende ging´s nur geradeaus! Wir nahmen einfach alle Straßen, die wir hier nehmen konnten und schließlich hörten wir von meinem Lenkerpullt: „Sie haben Ihr Ziel erreicht!“ Unserr Ziel waren lauter hochverriegelte Gartezäune um dicke Herrenhäuser! Und dahinter prangten strahlende Kronleuchter! Wir waren offenbar weit weg von unserem Ziel….

Da fragte ich in letzter Verzweiflung eine Gruppe Männer, die in ihrem kleinen Laden Karten spielten, ob hier jemand schon etwas von einem Hostel gehört hätte? – Zehn große Augen, keine Antwort. Ich sagte: Dormnepal. Da sprang ein kleines Mädchen auf und zeigte mit ausgestrecktem Arm und Zeigefinter auf den Kronleuchter. Ich wiederholte: „Das ist ein Hostel?“ – „Ja!“ – „Dormnepal?“ – „Ja!“

Wir klingelten, es bellte, dann kam ein Regenschirm und machte uns das schwere Tor auf. Wir waren tatsächlich da! Es war tatsächlich unser Hostel! Und es gab Licht, es gab eine warme Dusche und es gab weiche, breite Stockbetten. Was für ein Tag, was für ein Nervenkitzel! Unglaublich, aber wir haben´s geschafft! Holariolariolario!

 

Katmandu (Hostel Dormnepal)

Tages-Km: 55,85km / -Zeit: 5:55h / -Höhenmeter: 1.253m

Gesamt-Km: 9.484km / -Zeit: 659:15h / -Höhenmeter: 86.158m

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164_Grand Semi Final

Sorry guys: I´m afraid this time I will have to write backwards…. Of course not starting at our ending point and working towards the start, but as all work of the first half of my trip is done already I can only give you a view into the mirror of memories. So if you´re interested in the whole story, you can start reading at number 152. And if you only want the final highlight…just continue here!

That´s typical in life: The hardest job is always requested when you´re actually ready for holidays. Of course somehow we were prepared to cross some hills before reaching Kathmandu. But neither the map nor google told us that there would be more than 1200 m of altitude waiting for us to be climbed! Plus something around 40 °C. Plus completely crazy traffic because of two more strike-days planned from tomorrow. Plus – of course actually – air as bad as can be: Sometimes we could hardly see into the next curve through the black (and I really mean blackblack) dust of the old (and I really mean oldold) enginges! Plus nothing in our stomachs except 3 poor ´roti´ – a type of very thin pita bread – with jam and omelette for breakfast, half a cucumber for lunch and 4 apples for afternoon-snack. Plus a night with not a lot of sleep and a quite adventurous morning before we started riding. Let´s keep it short this story: We stayed in a guest house where – after our checking-in – it appeared that there would never be any electricity. So no light, no fan and even no water because also a water pump needs some power. But as it was our last night out there in Nepal we kept cool and decided to do the only possible thing to do: To sleep early. Until there was a new guest to check in! He shouted like a monkey at the owner of the guest house that there was no power and no light and so on. Finally I had to step out into the corridor and tell him that there will be no water, too. And to shut up immediately now. What really surprised me: He obeyed without any comment or discussion! But early in the morning (and I really mean earlyearly) we both woke up because he was screaming again into his f…ing phone and into the corridor that doubled all the noise. That was too much! I went out, kicked him back into his room and locked the door from outside. And the condition was: You only will have the key if from now I will have at least one more hour to finish my sleep. And what really surprised me: He obeyed without any comment or discussion! So after 1,5 hours of complete silence and when we saw his arms hanging out of his window like such as a monkeys we decided to release him and gave him the key.

Because of all that we were a bit late for starting into the day. And because of all the above mentioned ´pluses´ in the end we had to fight not only against the hill and the hungry belly but also against the darkness! When we still had something about 300m to climb we decided to stay in a hotel for one more night and to cycle to Kathmandu, which was still 15km away from the peak, tomorrow. But somehow we didn´t find a nice place to stay and so we changed again our plans and decided to bring it to an end now. We activated our last (and I really mean lastlast) energy and cycled towards the hostel: Into the even more crazy rush-hour traffic of Kathmandu, into the darkness and into a real rainshower! Oh my god, we were praying for rain the whole day long. But why? Why now that anyway it was not hot anymore and that anyway we couldn´t see anything because it was dark? But we made it! We managed to survive the centre of Nepal`s Capital and constantly worked towards the destination of the hostel that was a bit out of the centrecentre. But we didn´t expect it would be so outside! First we realised that there was the traffic missing somehow. Then the people on the sidewalk next to the street. Then the sidewalk next to the street. Then the street! We were driving into big wholes filled with brown water, not seeing any sign of life on our way such as a car, a person or even a wild dog. What, if again the navi is playing games with us? I didn´t even want to think of that option. But then we had the confirmation: “You reached your final destination”. What destination? There was nothing but a huge fence around a construction site, high and wild grass and some more wholes in some less street!

It was completely night now. And we were completely wet and even cold. And we were completely lost in the middle of nowhere of not really the centrecentre of Kathmandu! So what should we do now? When we were already about to give up we asked a group of joung guys playing cards if they knew a hostel called dormnepal…should be here in this area. ….no answer. But there was a little girl who now jumped up and without any words she was pointing to a huge lustre behind a huge fence. I asked again: “This is a hostel?” – “Yes!” – “Dormnepal?” – “Yes, Dormnepal!”, she said. It was like a dream! We gave it a chance, rang the bell…. And yeah! Someone started barking (Jack, as we know now) and then someone opened the door. And only after a warm shower and a warm and comfortable bed with light in the lovely room we realised: We really made it! We really arrived in Kathmandu! Holariolariolario!

 

Katmandu (Hostel Dormnepal)

Tages-Km: 55,85km / -Zeit: 5:55h / -Höhenmeter: 1.253m

Gesamt-Km: 9.484km / -Zeit: 659:15h / -Höhenmeter: 86.158m

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163_Bitte, Tanke!

Pilzcremesuppe, Reis mit Spinat und Büffelgulasch vom Buffet und Yoghurt mit Obst, das war die abendliche Grundlage für unseren heutigen Tag. Doch der Preis dafür war sportlicher als wir die ganze letzte Woche zusammen! Dennoch: Wenn man so ausgelaugt ist (und nicht ahnen kann, dass oberhalb vom nächsten Hügel mindestens Drei Budget-Hotels sind), darf man sich den Luxus von Warmwasser in einem blitzsauberen Zimmer mit Air-Con und freiem Poolzutritt auch mal leisten! Dafür bastelten wir uns aus einer Ananas, Sechs Minibananen und Zwei Äpfeln unser Frühstück selber. Doch das reichte nicht weiter als knappe Zehn Kilometer. Dann schallte es mir von hinten gegen die Ohrmuscheln: „Boah, i muess jetz´ dann bold was easse!“ Doch was Proviant angeht, waren wir seit gestern nicht mehr gut aufgestellt, nach dem wir unseren Flop-Kauf aus der „German Bakery“ eins zu eins in die Tonne treten mussten: Das Brot war durch und durch schimmlig und unsere großen Hoffnungsträger – Zwei steinharte Avocados – noch so unreif, dass uns beim Schneiden schon Bauchweh aufzog. Wir beschlossen, dass diese mindestens noch Drei Wochen Reifezeit bis zur Genießbarkeit brauchen würden und klaubten die eine wieder stückchenweise aus unserem Obstsalat (bestehend aus je Zwei Äpfeln und Tomaten) während wir die Andere einer neugierigen Nepalesin überließen. Ob sie das mit dem „weich werden lassen“ so ganz verstanden hat…? Jedenfalls war jetzt der Brotzeitsack vorne links gähnend leer und wir mussten dringend was zu uns nehmen. Doch bis wir ins erste Städtchen kamen, war mir so übel, dass sich mir schon beim bloßen Anblick der Marktstände der Magen samt Speiseröhre verkrampfte. Äpfel und Bananen waren tabu, denn seit gut Zwei Tagen hatte sich mein Bauch vor lauter vielem Obst immer mehr und mehr in einen Gasballon verwandelt. Einzige Rettung war der kleine Ziegelstein aus so etwas wie Sandkuchenteig, den wir später zur Hälfte als unser einziges Mittagessen verbuchen konnten.

Oh Gott, war ich durch! Am Nachmittag zog es mich irgendwann nach einer zuckersüßen Cola rechts rüber in eine Tanke. Cola tat irgendwie immer gut. Zumindest im ersten Augenblick. Und dazu kombinierten wir spontan eine Tüte Chips. Das konnte ich mir vorstellen, ohne gleich parallel nach einem Kübel verlangen zu müssen. Und siehe da: Die salzigen Biester taten echt gut! Wir bestellten nochmal, aber wollten diesmal die andere Sorte probieren. Tüte auf, Griff rein, Chips raus und…. Jetzt Moment, ich glaube, da muss gerade ein LKW vorbeigefahren sein. Also nochmal: Chips raus und… nein, nichts! Kein Knistern, kein Bröseln, kein gar nichts! Die (fr)aßen sich wie Apfelringe! Ich kontrollierte das Ablaufdatum: Alles im grünen Bereich. Und anschließend sicherheitshalber nochmal den Schriftzug über den Tüteninhalt. Ich hatte mich also nicht geirrt: Da stand das Wort „crunchy“! Was stimmte also nicht mit denen? Wir brachten die Tüte zu der Verkäuferin und baten sie, die Chips mal zu probieren. Die seien nicht mehr gut irgendwie… Und diese ließ sich nicht Zwei Mal bitten! Sie griff munter in die Tüte, grabschte sich eine Handvoll heraus und meinte schließlich schmatzend: Was soll damit nicht stimmen? Das ist halt Nepali Style!

…wir ließen sie ihr da und hofften darauf, irgendwo anders bald etwas Kraft tanken zu können. Und löffelten erstmal unser allerletztes Twix.

 

Irgendwo nochmal gute 50km weiter… (Guest House ohne Strom, Wasser und Schlaf…)

Tages-Km: 53,98km / -Zeit: 4:38h / -Höhenmeter: 819m

Gesamt-Km: 9.428km / -Zeit: 659:19h / -Höhenmeter: 84.905m

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162_Fünf x Sauna

Die Aktion gestern beschäftigte uns noch den ganzen Vormittag: Unser Geld würden sie ja schon gerne nehmen. Aber Service bieten nicht für ein Minimum. Dem „Manager“ habe ich zum Abschied noch erklärt, dass ´sich mit dem Ellbogen auf den Tresen lehnen´ nicht viel mit ´managen´ zu tun hat nach meiner Definition. Und als wir nach dem Frühstück nochmal schnell nochmal zur Toilette auf unser Zimmer gegangen sind und sehen konnten, wie es bereits für unseren Nachfolger bereitgemacht sein sollte, war mir klar, dass von dem Zimmerpreis nicht einmal ein Zehntel in die Reinigung fließen würde, in diesem Laden: Die Betten waren neu bezogen, das ja. Aber die Vorhänge nicht aufgezogen, das Bad und nicht mal das WC gewischt, kein Klopapier aufgefüllt, die gratis Shampoo-Tütchen einfach liegen gelassen genauso wie die Zwei leergetrunkenen Colaflaschen. Wofür also rechtfertigten sich diese Fünfzehn Euro, wenn es obendrein kein Internet, keine Klima-Anlage und bis zu unserer mitternächtlichen Reparaturaktion nicht mal öffenbare Fensterflügel gab? Es geht viel zu oft nur um´s Absahnen! Die Fensterbänke und –gitter waren dick speckig und eingestaubt, die Gekkos tanzten Salsa an der Decke und unter den Bettkästen und unter der siffigen Wanne hatten sich die Schaben schon über die Jahre ein kuscheliges Nest aus feinen Ästchen und trockenen Blättern gebastelt. Das Treppenhaus war selbst bei Tag dämmrig dunkel, weil durch die eingestaubten Glasscheiben kaum mehr Licht herein kam. Das Geld, das man als Tourist hier lässt, fließt leider alles andere als in die Gebäudeerhaltung! Geschweige denn in die Weiterentwicklung! Alle Substanz wird genutzt, bis sie ächzend zusammenfällt. Dabei könnte man mit unseren Fünfzehn Euros wohl eine Putzdame für eine ganze Woche durcharbeiten lassen… oder einer von den ungelogen Zehn herumstehenden Kellnern könnte ja vielleicht mal einen feuchten Lappen in die Hand nehmen, wenn im Restaurant gerade (wie gestern den ganzen Nachmittag über) gähnende Leere herrscht. Wasser gibt es hier schließlich genügend zur Regenzeit! Dann wäre wenigstens einmal im Jahr ein Generalputz gemacht.

Wir fragen uns, ob das wirklich so stimmt: Nepal braucht uns Touristen, die Geld ins Land bringen. So sagt man ja gerne. Aber letztendlich bleibt es schon an der ersten, vollgefressenen, stinkfaulen, gierigen „Manager“-Instanz hängen anstatt wirklich in die Entwicklung des Landes zu fließen! Das haben wir jetzt nicht nur einmal beobachtet. Und die, die es wirklich dringend bräuchten, sehen vermutlich nicht einen Cent von unseren Touri-Kohlen. Und es wächst der Eindruck, dass dort, wo die Touristen ohnehin Busse-weise angekarrt werden, die lokalen Betriebe noch viel weniger bemüht sind als anderswo, wo sie um jeden Gast kämpfen müssen. Legt unsere Zahlfreudigkeit also am Ende nur die Motivation, im eigenen Land etwas zu verbessern, lahm anstatt sie anzukurbeln? Und treibt unser großzügiges Trinkgeld nur den Grundpreis in die Höhe anstatt ein kleines, einmaliges Glücksgefühl zu kreieren?

Schade, wenn man beginnt, das zu realisieren! Aber mittlerweile ist es ohnehin schon zu heiß, um überhaupt noch zu denken. Das Thermometer im Tacho zeigt Vierundvierzig Grad! Und ich schwitze wie ein… also wie ein Grunz-tier! Auf meiner Haut hängen Wassertropfen so groß, wie wenn man gerade aus der Dusche kommt und sich noch nicht abgetrocknet hat. So viel Wasser kann ich gar nicht nachschütten, dass mein innerer Feuchtigkeitshaushalt einigermaßen in Balance bleiben könnte bei dieser schwülen, feuchten Hitze! Wenn wenigstens das Trinkwasser ein paar wenige Mineralien liefern würde. Aber das Etikett wirbt mit amerikanischer Technologie bei der Trinkwasseraufbereitung. Und genauso schmeckt es auch: Tot! Ich fühle mich ausgelaugt und leergezehrt. Ich fühle mich wie nach Fünf Saunagängen, wenn man nur noch auf sein Bett sacken will. Ich kann mich, wenn ich vom Rad absteige, kaum noch aufrecht halten… muss mich sofort auf meine Pinke Kiste stützen! Ich habe alle meine Kraftreserven aufgebraucht. Und bei dem spartanischen Essen werde ich hier auch nicht mehr auf die Beine kommen. Bei allem, was ich hier zu essen kriegen kann, wird mir schon beim bloßen Gedanken daran speiübel! Aber ich muss noch irgendwie Zwei weitere Tage im Schwitztempel überleben… Zwei noch!

 

Frag` mich was Leichteres… (Riverside Springs Resort)

Tages-Km: 51,76km / -Zeit: 4:04h / -Höhenmeter: 641m / 44°

Gesamt-Km: 9.374km / -Zeit: 654:41h / -Höhenmeter: 84.086m

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161_Da mauli aber echt!

Startschuss für den Endspurt! Heute war es brummig heiß! Wir hatten ja schon die Regenzeit innig lieben gelernt, weil man da kühle Temperaturen und frische, klare Luft zum Atmen bekommt. Aber heute hatten wir kein Glück: Die Sonne scheinte! Doch war uns rettete: Wieder ging es die ersten Sechsundzwanzig Kilometer immer schön sachte bergab. Wie das zustande kam, war uns ein Rätsel! Denn schon nach Pokhara herein war es eine gute Stunde lang nur hinunter gegangen. Und jetzt war da noch immer Potenzial genug, um es nochmal eine gute Stunde einfach rollen zu lassen? Unbeschreiblich!

So kamen wir schon am frühen Nachmittag am Tagesziel an. Aber ich war nicht weniger fertig als an den anderen Tagen. Irgendwie komme ich energietechnisch einfach nicht mehr auf die Beine. Wir strichen also nach den Fünfzig Pflichtkilometern die Segel und ließen den Übereifer, noch ein paar Kilometer voraus zu arbeiten, Übereifer sein. Stattdessen gönnten wir uns ein hübsches Hotel am Fluss und ich freute mich, dass ich dann endlich ein paar Blog-Berichte in Englisch einstellen können würde.

Das Internet-Passwort fanden wir in dicken Lettern auf einem Papierstreifen an die Wand geklebt: Hmrv562453. Es funktionierte nicht. Ich klingelte runter zur Rezeption. Genauer gesagt: Ich klingelte ins Leere. Also runtergehen! Doch hinter dem Tresen lag nur eine unbezogene Matratze mit einem zerknitterten Leintuch und einem T-Shirt… Ich kletterte also wieder zurück in den ersten Stock und erwischte einen Zimmerknaben beim Fegen eines unserer Nachbarzimmer: Das Internet-Passwort funktioniert leider nicht. Ob er vielleicht mal prüfen könnte, wie es richtig lauten muss? …er erklärte mir: „No English!“ Aber immerhin, er spurtete bemüht runter zur Matratze, in der Absicht, dort jemanden zu finden, der Englisch konnte. Dann kam der nette Junge mit dem roten T-Shirt. Er verstand mein Problem. Aber er meinte, es gäbe kein Problem. „Internet muss gehen!“ – „Internet geht aber nicht.“ – „Es muss aber.“ – „Es tut aber nicht!!!“ Ich erklärte ihm nochmal, dass ich gutes Signal bekomme, aber das Passwort wohl irgendwie nicht stimmte, das dort an die Wand gepinnnt war. Er ging zur Wand, sah sich das Stück Papier an und fragte dann, ob ich auch wirklich sicher sei, dass ich das „H“ als Großbuchstaben eingegeben habe. Ich erklärte ihm, dass ich das bestimmt schon Fünf Mal versucht hatte, bevor ich überhaupt zum Höhrer gegriffen habe, um bei der Matratze anzuklingeln. Doch er glaubte mir nicht. Ich musste vor seinen Augen noch Drei Mal „Groß-Hmrv562453“ eingeben. Dann nickte er und meinte so was wie „Sorry, aber dann gibt´s da ein Problem.“ – „Das sage ich ja!“ Aber Probleme sind zum Lösen da! An irgendwas muss es ja liegen! Ich fragte ihn nochmal, ob das Passwort da an der Wand auch wirklich das Richtige sei. „Ja, ja!“ In seinem Smartphone funktioniert es ja auch! Dann stromerte er ein bisschen im Flur rum und ruckelte am Router und den Kabeln – der eine schon kurz vor dem Absturz und das Andere mit einem astreinen 90-Grad-Knick an der letzten Klammer. Da hatte offenbar schon mal einer ordentlich dran gezogen!

Während er ein bisschen so tat, als würde er sich jetzt mit der Problemlösung befassen, trudelte unser Nachmittagssnack ein: Nach gut Vierzig Minuten brachte ein kleiner Junge ein rotes Plastiktellerchen mit Zwanzig, Einundzwanzig, Zweiundzwanzig (?) Pommes. Jetzt war es definitiv Zeit für eine kleine aber ernstere Unterredung mit Jemandem, der hier Englisch konnte! Und bis ich diesen finden konnte, hatte mein rotes T-Shirt prompt die Gunst der Stunde genutzt und das Weite gesucht. (Und gefunden!) Es kam einer, der sich der „Manager“ nannte. Dem knallte ich die paar Kartoffelschnitze vor den Latz und meinte, dass es so nicht ganz ginge. Wer beim Zimmerpreis in die obere Kategorie greift, wird wohl für einen Euro Fünfzig eine ordentliche Portion Pommes und ein funktionierendes Internet herbringen. Zumal wir extra nach Internet gefragt hatten vor dem Einchecken! Er nickte untertänigst und schickte das rote Tellerchen zurück. Dann kam er mit auf´s Zimmer und wollte sich das Verbindungsproblem mal ansehen. Blick auf sein Smartphone: „Internet geht doch!“ – „Ja, aber nicht bei mir! Vielleicht stimmt ja das Passwort da an der Wand nicht“, meinte ich. Dann fragte ich ihn, ob er mir eventuell mal die Buchstabenkombi in seinem Smartphone zeigen könnte, wenn es dort schon geht. Dann könnte ich ja das übernehmen… Er zog sein Gerät zurück, wanderte ebenfalls – wie sein Vorgänger – zum Papierschnipsel an der Wand: „Das stimmt ganz genau!“ Ob ich auch wirklich das „H“ groß geschrieben hätte? Nochmal Zwei weitere Versuche vor seinen Augen, ging nicht. Das Netz. Er schon. Er meinte, er würde sich jetzt darum kümmern. Es standen mittlerweile gut Fünf Personen in unserem Zimmer und sahen sich das Spektakel in live an. Dann kam die Erweiterungsportion Pommes – größer? Ja. Aber dafür lapprig und kalt. Egal, uns knurrte der Magen und so schoben wir erst mal alle raus, um in Ruhe die alles andere als „French“ Fries hinunterzuschlingen.

Doch als wir gegessen hatten, kam irgendwie nichts mehr. Es war mittlerweile so was an die halb Fünf, Fünf am Nachmittag! Vor Drei Stunden hatten wir das Zimmer bezogen! Ich ging nochmal runter, um nach dem Stand der Dinge zu fragen. Da fand ich den, der sich den „Manager“ nannte in der Küche an den Töpfen rumzigeunern! Wie es mit der Problemlösung aussah, wollte ich wissen. Da lehnte sich der kleine Knödel mit einem Ellbogen auf den Tresen und meinte ganz lässig: Es wird wohl an meinem Gerät liegen. Das wird wohl kaputt sein. Und da brannte mir schön langsam die Sicherung durch! Ich schnappte ihn fast beim Kragen und schob ihn in unser Zimmer. Er solle jetzt schleunigst prüfen, ob das Passwort an der Wand mit dem in seinem Sch…telefon übereinstimmt. Und nochmal meinte er, das habe er ja vorher schon gemacht! Aber wenn ich ihm nicht glaube, dann könne ich ja gerne mal versuchen, alles mit kleinem „h“ einzugeben… Das tat ich jetzt. Und zack, bumm: Verbunden!

So schnell kann man Drei gewonnene Stunden wieder verlieren…und regeneriert? Nicht die Bohne!

 

Damauli (Hotel River View)

Tages-Km: 50,79km / -Zeit: 3:00h / -Höhenmeter: 245m / 44°

Gesamt-Km: 9.232km / -Zeit: 650:37h / -Höhenmeter: 83.444m

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160_Nauf, nauf, nauf, nauf,…

Es hängt uns noch ein bisschen die Anstrengung der letzten beiden Tage in den Oberschenkelmuskeln, aber alles Jammern würde ja auch nix helfen: Wir müssen weiter nach Pokhara. Noch eine Etappe! Und dann machen wir eine Pause! Aber die will hart verdient sein, das kann ich euch sagen! Wenn ich die Tagesbilanzen von gestern und vorgestern mit so manchen Leistungen aus Israel oder der Türkei vergleiche, wirken die Tageskilometer- und Höhenmeterzahlen fast lächerlich. Und es ist mir schier schleierhaft, wie ich es bei irgendwas um die Achtunddreißig Grad die weit über Tausend Meter hinauf bis nach Jerusalem geschafft habe, wenn ich jetzt schon nach schlappen Achthundert Metern auf Felgen daherkomme… Es spielt ganz offenbar auch so etwas wie eine General-Schlappheit mit jetzt. Die Nahrung, die wir bekommen, hat mit richtiger Sportlernahrung nicht viel am Hut. Erst war es noch ein Fest, als es das erste Mal Buttertoast mit Marmelade und Omelette zum Frühstück gab! Doch mittlerweile hängte es mir schon bei den Ohren raus. Auch die Eiernudeln, die mir am Anfang so gut geschmeckt haben, kann ich nicht mehr sehen! Doch was wäre die Alternative? Nach guten zwei Monaten Fladenbrot mit Tomate und Gurke bleiben fast nur noch die guten alten Bananen und Äpfel auf dem täglichen Speiseplan übrig. Aber das reicht irgendwie hinten nicht und vorne genauso wenig. Dazu schwemmen die Fünf Liter Bügelwasser – denn mit Mineralwasser hat das in Plastikflaschen abgefüllte Zeug nicht im Entferntesten eine Verwandschaft – noch die letzten, im Körper vorhandenen Nährstoffe und Mineralien und Vitamine raus. Ich bin einfach leeeeeeer!

So viel zu den Grundvoraussetzungen. Und dazu bringt uns der Tag noch ein paar weitere Buckel, die es zu überwinden gilt. Wir fahren heute nur entgegen der Fließrichtung von Flüssen. Da geht´s mit viel Glück mal kurz runter, aber ganz schnell ist man wieder auf Wasserniveau und muss wieder bergauf mit dem Lauf. Mühsam! Da fällt mir irgendwann ein Lied von einer superfrischen Allgäuer Reggae-Ska-(oder wie seibba do?)-Band ein. Es geht hierbei wirklich nur um den Refrain, denn den Rest des Textes kann man bei diesem Exempel wirklich nur im Festzelt nach mindestens einer ersten, kräftigen Maß unterstützen! Do, losed amole:

Losamol Mundart: Nauf auf die Bank!

Es geht zwar nicht ´nauf auf die Bank´, aber nauf, nauf, nauf, nauf, ….auf den Berg. Den ganzen, lieben, langen Tag! Und immer schön den Bachlauf an unserer Seite. Es ist nicht zu fassen, wie uns das mental strapaziert: Man empfindet das Wasser, das man nicht abschütteln kann nämlich als den ständigen, gescheiterten Versuch, an Höhe zu gewinnen. Obwohl das Wasser ja von oben kommt und man – wenn man an seiner Seite bleibt – ganz zwangsläufig auch nach oben fährt. Doch das ist dem Unterbewusstsein zu komplex. Es sendet nur eine einzige Info ans Gehirn: „Schneller, schneller!“ Doch da, kurz vor dem Kollaps, begnadigt uns die Natur und lenkt den Bergbach um. Er biegt nach links ab und zielt in Richtung noch viiiiiel steiler oben. Doch kaum haben wir uns bedankt beim Universum, dass wir diesem Pfad jetzt nicht mehr folgen müssen, belohnt es uns völlig unerwartet mit einer großen Pforte. Und hinter dieser Pforte? Ja es ist nicht zu fassen: Wir sehen Pokhara! Und es liegt ganz, ganz, ganz weit unten! Auf diese himmlische Überraschung stoßen wir erst mal an (mit destilliertem Wasser natürlich!) und dann geht’s: Na von der Bank, na, na, von der Bank, na, na, na, na, na, na, na, na, …Holario!

 

Pokhara (Hotel Peaceful)

Tages-Km: 63,82km / -Zeit: 5:32h / -Höhenmeter: 885m

Gesamt-Km: 9.272km / -Zeit: 647:37h / -Höhenmeter: 83.199m

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159_Su schi!

Es ist schon was dran: Im Gebirge regnet es tendenziell mehr. Zwar meinten die Leute, die uns über diese Grundregel in der Regenzeit informierten wohl eigentlich „es regnet öfter“. Doch es regnet definitiv auch mehr. Denn mehr Regen als wir gestern schon gleich zu Beginn des Tages hatten – es hat in Fäden heruntergegossen – kann es wohl kaum noch haben. Weniger hingegen ist sehr wahrscheinlich. Es ist also so falsch nicht, wenn man sagt: Es regnet einfach mehr hier! Aber gleichzeitig ist die Gegend nochmal um sooo viel schöner, dass es kaum zu beschreiben ist! Es steht alles im Saft, es grünt und zwitschert und zirpt und plätschert nur so vor sich hin, wenn man die stetigen aber angenehm flachen Steigungen hinaufknetet. Und die dicken Wolken spenden eigentlich nur angenehmen Schatten. Es geht uns also hervorragend hier auf dem `Siddharta Highway`, der hier in Nepal dieses Prädikat wohl erhalten hat weil es entweder „high“ hinauf geht oder schlicht und einfach, weil die Straße asphaltiert ist. Die vielen, kleinen Dörfchen und bunten Hütten noch höher oben in den Wäldern oder jenseits der rauschenden Flussläufe erreicht man nämlich ganz offenbar nur über Schleich- und nicht befestigte Wege. Denn weder zeigt die Karte noch die Realität jemals eine Abzweigung, die auch nur annähernd dort hinführen könnte. … oder man kommt direkt von oben durch die Luft?

 

Walling (Hotel Venus)

Tages-Km: 61,23km / -Zeit: 5:13h / -Höhenmeter: 844m

Gesamt-Km: 9.208km / -Zeit: 642:05h / -Höhenmeter: 82.314m

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158_Unterhaltungskanal Nepal

Es wird immer schöner hier! Heute Früh sind wir bei grauem Himmel abgebogen auf den „Siddharta Highway“, der uns jetzt in die Berge Richtung Pokhara führen soll. Gerade hatte ich noch zu meiner Schwester gemeint: „Vielleicht haben wir ja Glück und die Wolken, die da im Tal hängen, bringen uns nur Schatten. Keinen Regen…“ Da prasselte es auch schon los. Aber nach weniger als Fünf Minuten Fahrt Unterschlupf suchen? Wenn wir eh schon spät dran waren und viel bergauf vor uns hatten? Niemals! Und so waren wir nach keinen weiteren Fünf Minuten pitsch nass. Aber hatten einen mords Spaß! Wie erfrischend so ein Sommerregen sein kann, wenn die Luft immer noch um die Dreißig Grad hat! Es ist uns das Wasser schon in Rinnsalen vom Helmschild geträufelt, rein in die Augen, Ohren und direttissimo runter zum Bauchnabel. Und grad herrlich war´s! „Bloß a bitzle bled, dass ba do id pfeiffe ka!“ kam es plötzlich von hinten. „Ja, no sing halt!“ Und das taten wir. Von „Was macht der Hund auf dem Sofa“ bis „Die beiden Finken“ und „Lerchengesänge“ haben wir einmal die ganze Palette durchgespult. Bis uns schier die Luft zum schnaufen versagte und sich langsam das Loch im Bauch meldete. Das war das Signal für unsere Mittagspause. Wir hatten gerade die höchste Stelle der Aufstiegs erreicht, lag da auch glatt ein perfekter Brotzeitfelsen am Abhang – mit perfekter Aussicht auf den tosenden Fluss unten im Tal und in erster Reihe des Nepalesischen Unterhaltungssenders: Ein LKW hatte eine Reifenpanne. Nichts besonders Aufregendes hier in Nepal? Na dann schaut euch das mal an:

https://www.facebook.com/buhlangela/videos/vb.1529828253943029/1642786059313914/?type=3&Theater

 

Kurz vor Tansen (Hotel Banbatika)

Tages-Km: 33,02km / -Zeit: 3:49h / -Höhenmeter: 816m

Gesamt-Km: 9.147km / -Zeit: 636:52h / -Höhenmeter: 81.469m

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