Kategorie-Archiv: Österreich

18_a Bris`!

Die letzten beiden Tage war´s wirklich ungemütlich: Dickes Grau, mageres Tageslicht, Schneefall, verschneite, rutschige, matschige Straßen, spritzende Autos, wenn sie einen überholen – ein wahrer Traum! Vorgestern war´s auch zum ersten Mal so richtig kalt! Meine Füße sind mir fast eingefroren, dann bin ich bis zur Mittagspause ein paar hundert Meter zu Fuß gegangen, damit ich sie wieder spüren konnte!

Aber heute kam die Belohnung: Endlich ein Hauch warmer Luft! Und zwar genau in dem Moment, in dem vor mir rechts am Straßenrand (ich fuhr übrigens auf dem Radweg links neben der Fahrbahn!) eine Frau die Autotür aufriss! Das kann nicht sein, dachte ich! Wie krass warm muss es denn da im Auto sein? Na, warum nicht mal „ein bisschen durch die Gegend heizen“…?

Doch nein. Ein paar Meter weiter kam der nächste Schwall. Und damit ein richtiger Motivationsschub: Ab in den Süden!

 

Koszeg/Güns (Hotel Strucc)

Tages-Km: 75,88km / -Zeit: 5:16h / -Höhenmeter: 657m

Gesamt-Km: 907km / -Zeit: 62:31h/ -Höhenmeter: 5.752m

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17_Frau Reiterer und Kollegen

Seit dem Tag meiner Weiterfahrt war plötzlich mein Tablet kaputt: Verlust jeglicher Touchfunktion für das Display! Da habe ich heute Früh die vorerst letzte Station in einer größeren, deutschsprachigen Stadt genutzt, um das vom Fachmann ansehen zu lassen. Einzige Anlaufstelle: Mediamarkt.

Am Serviceschalter: „Tut mir leid, da kann ich nichts machen. Ich kann das Gerät einschicken, wie es der Prozess verlangt.“ – „Das geht nicht. Es handelt sich hier um einen Sonderfall [Erklärung…Weltreise…brauche das Gerät…]. Können Sie mir wenigstens bestätigen, dass ich heute mit einem zwei Monate alten und bereits defekten Gerät hier war, damit es dann, sobald ich es einschicken kann (so ca. 2016), auf jeden Fall noch als Garantiefall behandelt wird? “ – „Nein, das geht nicht, das kann nur ein Techniker.“ – „Und was sind Sie?“ – „Ich bin ein Servicemann.“ – „Und der kann mir nicht bestätigen, dass mein Tablet jegliche Touchfunktion vermisst?“ – „Nein, ich kann das Gerät nur einschicken.“ [wir kreiseln noch ein paar Runden]

Ich gehe raus zum Rad. Alles ist wieder verstaut. Aber eine Wut habe ich! Gibt´s denn heute keine Sonderbehandlung mehr, wenn eine Sonderbehandlung erforderlich ist? Also mein Kollege hätte für diesen Fall nur einen einzigen Spruch gebraucht: „Ma muass scho a bismeng a!“. Ich gehe nochmal rein:

„Lieber Servicemann, es muss doch eine Lösung für mein Problem geben! Können wir nicht beim Hersteller anrufen und wenigstens versuchen, einen Sonderprozess zu finden?“ – „Nein, das geht nicht!“ – „Und warum nicht?“ – „Die sitzen in Tschechien. Könne Sie tschechisch?“ – „Nein, sage ich, aber das wird doch wohl auf Englisch gehen, wenn das schon die einzige Anlaufstelle europaweit ist?!!“ – „Da kann man aber nicht anrufen.“ – „Moment!“, sage ich: „Sie haben mir doch eben die Kontaktdaten vom Firmensitz des Herstellers ausgedruckt! Da steht doch eine Telefonnummer drauf. Und da rufen Sie jetzt bitteschön an und versuchen, eine Lösung zu finden!“ – „Tut mir leid, das geht nicht.“ – „Warum, frage ich wieder,…können sie Englisch?“ – „Nein.“ – „Na dann wählen Sie, dann spreche ich. Oder finden Sie jemanden in Ihrem Haus, der das kann.“ – „Das geht nicht. Ich bin nur für den Service zuständig. Sie können da jetzt doch selber anrufen!“ – „Na gut, dann geben Sie mir jetzt bitte Ihren Namen. Und den Ihres Vorgesetzten!“ Das ging dann…

Ich gehe zu einem anderen Mitarbeiter frage also nach dem Vorgesetzten: In einer Besprechung. „Aber schildern Sie mir mal genau das Problem.“ [Dieser Mitarbeiter schreibt mit. Dieser Mitarbeiter fragt nach. Dieser Mitarbeiter versteht.] „Bitte warten Sie kurz hier, ich organisiere Jemanden, der sich der Sache annimmt. Es kommt Frau Reiterer. Frau Reiterer hört ebenfalls genau zu und bittet mich, nochmal kurz zu warten, weil sie jetzt schnell mit dem Hersteller telefonieren will. [Ach schau an!]. Sie kommt zurück: „Wir brauchen bitte die Seriennummer, dann rufe ich da nochmal an.“ Nach ca. einer Stunde Wartezeit endlich die Rückmeldung vom Hersteller: „Sie können das Gerät nur einschicken!“

Hängende Köpfe. Auch bei Frau Reiterer! Aber sie gibt nicht auf: „Warten Sie! Jetzt fragen wir einfach mal meinen Kollegen, ob der sich das mal anschauen mag…“ Der Kollege kommt, schaut sich das an, nach fünf Minuten ist alles repariert!

Lieber Frau Reiterer, lieber Kollege, der Sie mich durch Ihre Fachkenntnis vor der Tortur mit dem Hersteller bewahrt haben und lieber Kollege, der Sie mich zu Frau Reiterer gebracht haben: Ihnen widme ich diesen Tagesbericht! Für Sie war ich nicht nur eine Nummer, die nicht in den Prozess gepasst hat. Sondern Sie haben heute einfach nicht aufgeben wollen, damit ein unlösbares Problem gelöst und mir so den Weg für meine Weiterreise geebnet!

Ich danke Ihnen für den ausgezeichneten Service!

 

Mattersburg (Hotel Florianihof)

Tages-Km: 22,78km / -Zeit: 1:44h / -Höhenmeter: 172m

Gesamt-Km: 831km / -Zeit: 57:15h/ -Höhenmeter: 5.095m

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15_(H)ab die Post!

Der Morgen heute hatte ein anderes Kaliber als all die anderen Morgen bisher…

Mir wurde ganz plötzlich bewusst, dass mir der tatsächliche Aufbruch erst jetzt bevorstand! Was tust du da eigentlich? Das Bett meiner Schwester ist so unheimlich kuschlig, es ist weich, es ist warm und die Decke ist so lang, dass ich Schultern und Zehenspitzen sogar gleichzeitig einwickeln kann. Und sowohl das als auch mein eigenes lasse ich tatsächlich für eineinhalb Jahre zurück? …ich muss bescheuert sein!

Aber seinen Plänen muss man treu bleiben. Zumindest ein bisschen länger, als einen Monat! Und so habe ich alles zusammengepackt. Nicht gerade hochmotiviert… Alles wurde plötzlich Opfer eines Anflugs von Sentimentalität: Das Spülmaschineeinräumen, das Klorollenwechseln und sogar das Wärmflaschenausleeren und damit die Blumen gießen…wie schrecklich werde ich das alles vermissen!

Dann stand alles bereit. Alles war getan. Keine Stäubchen Hausarbeit mehr übrig – verdammt!

Aber ich konnte nicht! Ich konnte nicht gehen! Anstatt dem Abenteuer entgegenzurennen habe ich mich wieder ins warme Bett verkrochen…

Doch da erinnerte ich mich: Mein Bruder hatte mir heute Früh die beste Antwort zurückgesimst, die ich mir denken kann: „1,5 Jahre kein eigenes Bett, dafür 1,5 Jahre kein stupider Alltag. Des isch scho geil! Des packsch du scho. Der Anfang is immer am schwersten.“

Raus! Anziehen! Schlüssel ins Schlüsselkästchen legen! Rausgehen und die Tür zuziehen. So „einfach“ ist das, wenn man eine Weltreise macht!

 

Schwechat (City Hotel)

Tages-Km: 25,30km / -Zeit: 1:52h / -Höhenmeter: 77m

Gesamt-Km: 752km / -Zeit: 51:13h/ -Höhenmeter: 4.750m

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Dear Mr. Postman…

…bring me doch endlich mein heißersehntes Letterl, das bis spätestens 31.12.2014 geliefert wird! Ich verstehe nicht ganz, wie das gehen kann…ganz offensichtlich ist Österreich schon weit über der Datumsgrenze!

Na, jedenfalls habe ich die Luft im Terminplan genutzt um…erst mal ordentlich auszuschlafen. Und danach ein bisschen durch die Stadt schla-wien-ern. Hihi, ist es nicht herrlich, wie lange man sich daran schreiberisch spielen kann? Und erst an der Wurst, erinnert euch! Was wäre ein Autor ohne sie? Das wussten wahrscheinlich all diejenigen schon lange, die das Blogschreiben als brotlose Kunst bezeichnet haben: Nein danke, hier reicht uns die Wurst!

Achso, ja, also heute in der Wiener […] Innenstadt: Hab mir das absolute Lieblingsdürüm meiner Schwester verdient und bin einmal quer durch die Altstadt gelaufen. Auf dem Heimweg hat mich ein aufkommender Nieselregen in ein leeres (!) Café getrieben. Wie´s sowas gibt, wo doch die komplette Fußgängerzone wie wochentags pulsierte? Ein Wunder! Ich freute mich über einen freien Platz umringt von leeren Stühlen und zog voller Tatendrang mein Tablet hervor – ich schreib ein bisschen! Aber nicht von langer Dauer…das Wunder, meine ich: Deckel aufgeklappt, Datei geöffnet, der Laden brummt! Aber nein, ich gebe mich nicht geschlagen! Das tue ich erst, als alle satt und aufgewärmt wieder von Dannen gezogen sind. …bis auf den Tisch direkt neben mir, an dem Er noch seine Nachschlagsportion Spaghetti Bolognese wie eine ausgewachsene Sau spritzend und saugend in sich hineingrunzt, während Sie – seine dreihundertfünfundachzig jährige Mutter auf Absatzturnschuhen – rülpsend und furzend ihre Pommes mit Cola und Melange verdaut! Bitte, warum immer ich? Hätten die sich nicht in den Keller setzen können? (…da gab´s auch noch einen stadtplatzgroßen, unbesetzten Gastraum! Nicht, dass ihr mir hier irgendwelche Bösartigkeiten unterstellt…)

Na gut, ich geh wieder raus. Klarer Himmel, der Mond scheint! Da vergesse ich mich glatt ein bisschen in den Schaufensterauslagen und…verlaufe mich. Kein Problem – Handy dabei! Und seit ein paar Tagen zwei Vollgas-Offline-Navigations-Apps installiert. Werden doch mal sehen, was die können! Nr. 1: Fährt zügig hoch, Pfeil zeigt nach rechts, Stimme sagt: Biegen Sie links ab! Und das mit einer Penetranz, dass man wirklich ein schlechtes Gewissen bekommt, wenn man doch lieber dem Pfeil folgt, weil der immerhin die Route richtig erkannt zu haben scheint… Nr. 2…fährt nicht ganz so schnell hoch. Auch die Zieleingabe erlaubt sich ihren Zeitbedarf. Die Route ist berechnet, …als ich bereits vor der Haustür stehe! Na, das kann ja heiter werden, sag ich leise zu mir, und nur gut, dass ich dabei war! Sonst hätte mein smartes Phone im Leben nicht wieder nach Hause gefunden!  

 

Wien (immer noch Super WG)

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Auf 2015!

Die Christbaumkerzen sind abgebrannt, die Silvesterböller verraucht – Zeit, mich zurückzumelden! Aber nicht, ohne euch allen erst mal noch ein wunderbares, gesundes, ereignisreiches und unvergessliches Jahr 2015 zu wünschen!

Ich habe die letzten Tage hier in Wien sehr genossen, aber heute war mir so, als klopfte ganz sachte schon der Aufbruch an die Haustür der Super WG. Es gab jede Menge zu schrauben an meiner Technik-Ausstattung – das glaubt ihr ja nicht! Aber endlich ist ein Ende in Sicht oder zumindest ein Stand, mit dem ich leben kann. Ich schiele also mit einem Auge immer schon mal auf den Wetterbericht und scharre mit den Hufen…

…bald geht´s wieder raus! Ich hoffe, ihr seid wieder alle dabei!

 

Wien (Super WG)

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14_Wien-ächtsurlaub

Ich hab´s geschafft: Tag Nr. 14 und ich bin in Wien. Ohne es je richtig ausgerechnet zu haben und nur aus dem Bauch heraus hatte ich immer zwei Wochen bis hierher veranschlagt. Seit gestern Mittag bin ich nun hier und ich kann euch sagen: Es ist ein gutes Gefühl!

Es wird jetzt ein paar Tage ruhiger werden im Blog, denn es gibt für mich ein paar Erledigungen zu tun. Die Etappe bis Wien war so etwas wie eine Teststrecke, um mit dem Rad vertraut zu werden, das Gepäck kritisch zu prüfen und die ganze neue Technik in den Griff zu bekommen. In den nächsten Tagen werde ich also mein Fahrrad saubermachen, Kette ölen, Gepäcktaschen umpacken, Ballast meiner geliebten Schwester hinterlassen, die Strecke vielleicht schon etwas genauer festlegen und anschließend mein Kartenmaterial ausmisten. Dann hat Papa mir einen Pufferakku für mein Tablet entworfen, die Bauteile mühselig im Internet ausfindig gemacht, bestellt, alles zusammengelötet, in ein Gehäuse verpackt und mir nach Wien geschickt. Wenn dieser hoffentlich in den nächsten Tagen hier ankommt, werde ich ihn in meine Kiste einbauen und kann dann – wenn alles gut geht – endlich auch mein Tablet unterwegs laden. Papa, vielen Dank! In der Zwischenzeit werden wir ein bisschen an der Website basteln und uns um viele, kleine Feinheiten kümmern, die ich hier gar nicht lange aufzählen will. Dann sollte ich noch Daten sichern, Waschen und, und, und … irgendwann Silvester feiern. Und wenn das alles geschafft ist, hoffe ich, dass der Frühling zurückkommt und mich in den Sommer geleitet. Ab dann geht´s nämlich gen Süden – holario!

Aber jetzt wünsche ich euch erst ein paar zauberhafte Weihnachtstage und hoffe, ihr seid so bereit dafür wie ich. Die letzten beiden Wochen waren für mich genauso, wie ich mir die „staade Zeit“ vorstelle: Gestern zum Beispiel hat mich der Westwind in starken Böen Richtung Wien geblasen. Links von mir die aufgewühlte und mit Schaumkronen übersäte Donau, rechts rauscht das dürre Gras und im Ohr pfeift mir der Wind zu Mozart und seinen Kameraden. Und immer freie Fahrt, keine Autos, keine Radler, Fußgänger oder Hunde…nix! Alles, worauf man achten muss, ist, dass einen nicht in einer der Rechtskurven der starke, für einen Moment von der Seite kommende Wind, mit einem Satz ins Wasser haut. Aber dafür bläst er in diesen Momenten beim rechten Ohr hinein und nimmt beim linken Ohr alle Gedanken, die noch im Hirn rumschwirren, mit hinaus. Der Kopf ist frei. Und es fühlt sich wirklich gut an!

Ich danke allen, die mir auf der kurzen Anfangsstrecke bereits Begleiter waren, die mir geschrieben, mir zugesprochen, mir geholfen, schöne Momente beschert und mich gesponsert haben und ich hoffe, ihr seid alle wieder dabei, wenn´s endlich in die weite Welt hinaus geht!

Bis dahin macht´s gut und passt gut auf euch auf,

eure Angi

 

P.S.: Das Bild zeigt übrigens meinen Weihnachts-Wursti-Traum-Baum…geschlagen und geschmückt von Coletta: Mein Herz springt vor Glück! :*

 

Wien (Super WG)

Tages-Km: 39,78km / -Zeit: 2:24h / -Höhenmeter: 167m

Gesamt-Km: 727km / -Zeit: 49:21h/ -Höhenmeter: 4.672m

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13_Wach´auf, Wachau!

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, aber hab ich euch schon erzählt, dass es heute Nacht gestürmt und geregnet hat? Und soll ich euch noch was verraten? Als ich losgefahren bin heute Vormittag, scheint..na?…ja wie habt ihr das denn erraten? Es scheint da die Sonne! Und es geht noch immer ein Wind, und zwar in Fahrtrichtung. Wie gestern schon. Und wie vorgestern auch! Was soll ich sagen: Das Glück ist einfach noch immer der beste Planer!

Ich fahre den ganzen Tag auf leeren Gassen durch die herrlichen Örtchen der Wachau und kann euch nur ans Herz legen: Kommt hier mal her! Aber vielleicht, wenn alles offen ist. Dann ist es wie im Südtirol, nur mit Wasser und Schifferlfahren: Weinberge, kleine Dörfer, schmale Gässchen, „Biergärten“, wo man frischen Wein bekommt, dazu eine deftige Brotzeit und dahinter ein süßes Marillenschnapserl …heeerrlisch!

…und wer kein Geld ausgeben will, kommt im Dezember!

 

Tulln (JuHe)

Tages-Km: 66,64km / -Zeit: 4:06h / -Höhenmeter: 197m

Gesamt-Km: 687km / -Zeit: 46:57h/ -Höhenmeter: 4.504m

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12_Schiffchen fangen!

Wie der Abend aufgehört hatte, so ging der Morgen weiter: Saulustig!

Wieder nach nächtlichem Sturm und Regen fahre ich also bei strahlendem Sonnenschein Seite an Seite mit der Donau Richtung Wien. Und plötzlich: Da, ein Schiff! Das erste! Doch ich bin ausgerechnet auf einer Brücke und es huscht mir unter den Reifen davon. Aber nicht mit mir – hinterher! Dich erwisch ich schon! Ich habe nämlich nicht nur Sonnenglück, sondern auch noch Windglück! J

Aber der Kahn ist mir immer um eine Kurve voraus. Komme ich an der einen Kurve an, sehe ich gerade noch seinen Kofferaumdeckel hinter der nächsten Kurve davon witschen. Ich geb alles. Der Tacho glüht gute 29km/h. Und das auf der Geraden! Aber es hilft nix – er ist einfach immer „um´s Eck“ schneller.

Das geht mir zu weit! Ich kann kaum noch atmen, aber langsam hole ich auf! Stück für Stück, gleich hab ich ihn. Und dann: Schnell das Beweisfoto schießen…

…und ihn fahren lassen – den Kahn!! Aber netterweise hat er mir einen Kollegen zum Spielen da gelassen. Und ich nehme im nahtlosen Übergang die Verfolgung von „Anton“ auf. Doch Anton ist kein Gegner. Er ist eher eine Beleidigung! So lahmar…ig, wie der dahinzuckelt, da frierts mich ja, wenn ich neben dem herfahren soll! Ich schieße also auch von ihm ein Beweisfoto (von vorne), damit ihr mir auch ja glaubt, dass ich in diesem Rennen die Nase vorn hatte, und fahre gemütlich von Dannen. Und ich sinniere:

Anton, die lahme Ente. Lahme Ente Anton. Lahme Anton-Ente. Anton-Ente. Das „lahm“ kann man sich getrost sparen, denke ich. Erstens bressiert´s doch eh immer. Und zweitens assoziiert der gut Allgemeingebildete mit einer Ente ohnehin eher etwas Lahmeres. Anton-Ente also. Die ist – wie dargelegt – selbsterklärend etwas Langsames. Ja aber das hieße doch dann, dass die Kanton-Ente, also die K-Anton-Ente, also [Ka]-Anton-Ente, wie der Österreicher sagen würde, oder auch gleichbedeutend mit [Käne]-Anton-Ente, wie ein anderer Österreicher sagen würde, oder [Keine]-Anton-Ente, um´s auch noch ins Deutsche zu übersetzen, eben gerade das Gegenteil davon sein muss: Nämlich blitzschnell. Kantonenten sind also Turboflieger! Und darum werden sie wohl auch so gerne gegessen, nehme ich an. Weil ihr durchtrainiertes und muskulöses Fleisch so zart ist. Habt ihr das gewusst? …ich auch nicht!

Und just im Moment dieser Erkenntnis, reißt mich ein Schild am Ufer aus meinen Gedankenströmen.

Ihr wisst, was das bedeutet, oder? …ich schon! Nur nochmal kurz zur Erinnerung: Voraus ist noch ein Schiffchen, dass ich davonfahren lassen musste. Und jetzt steht da dieses Schild. Und es bedeutet: Schleuse voraus. Haaaaa, haaaaa! J

Hab ich dich!

 

Spitz (Gasthof goldenes Schiff)

Tages-Km: 82,17km / -Zeit: 4:22h / -Höhenmeter: 200m

Gesamt-Km: 620km / -Zeit: 42:50h/ -Höhenmeter: 4.306m

 

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11_Die Ritter der Tafelrunde

Ich schreibe wieder aus dem Rückspiegel. Habt ihr euch gedacht, da hat die sich wohl in Linz in den Schrank sperren lassen und sich ein paar Tage Ruhe gegönnt, was? Aber ihr irrt! Ich war fleißig. Und ich hatte bisher schlicht und einfach keine Zeit zum Niederschreiben, so haben sich die Dinge überschlagen! Aber mal der Reihe nach:

Ich bin also eines lang vergangenen Tages in Linz gestartet. Nachts hat es immer noch gestürmt und geregnet – ungemütlich! Aber am nächsten Tag: Mit Sonnenschein nach Linz hinein! Bin ein bissl über den Weihnachtsmarkt getrudelt, habe die Weihnachtsbläser gehört, Kaffee getrunken und bin erst gegen Mittag wieder los. Ab jetzt an der Donau entlang, damit ein bisschen was vorwärts geht ohne die ganzen Steigungen.

Es war traumhaftes Wetter! Das Wasser glitzerte neben mir her, es war warm, es war sonnig und nicht ein Hauch von Dezember war zu spüren! Unterwegs hat sich irgendwann Klaus der Rennradfahrer an meine Seite gehängt und wir haben ein bisschen geplaudert. Und am Abend hat es mich in einen äußerst gemütlichen Übernachtungs-Bauern-Gasthof – den Kraglhof – verschlagen. Es gab die letzte Portion Ripperl mit frisch selbergemachtem Brot. Und einen unvergesslich guten Apfelsaft aus eigenen Äpfeln. Und einen selbst angesetzten Haselnussschnaps. Und…ein Männer-Frauen-Verhältnis von 20:2 am Tisch! …J Ihr versteht doch, dass ich nicht gleich Bericht schreiben konnte, oder?!

 

Mitterkirchen (Kraglhof)

Tages-Km: 55,54km / -Zeit: 3:36h / -Höhenmeter: 104m

Gesamt-Km: 538km / -Zeit: 38:28h/ -Höhenmeter: 4.105m

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