Kategorie-Archiv: Türkei

Ferry today!

After some more hard nights without sleeping yesterday I finally arrived in Tasucu where my ferry to Cyprus is supposed to leave every Sunday, Tuesday and Thursday. But not today! Today it is Tuesday, yes, but the today´s ferry was delayed to Wednesday. Ok, so I will have one day off and spend it in the lovely restaurant right there at the ferryboat-station writing my blog.

It´s maybe good to have some time before leaving Turkey. So I can think back to all the wonderful things I found here. I remember fantastic landscape all along the coast until Antalya. Then there was an interesting interrupt of Turkish feeling between Antalya and Alanya where most of the tourists are going I thing: Big hotel resorts in the middle of nowhere, spot after spot like a neckless of perls between the lovely A-Cities. And after that the plants growing region: bananas, tomatoes, peppers, onions and of course cucumbers are growing here and I guess lots of other delicious fruit and vegetables. I found it really interesting how clear the air was I could breathe in between all those glass houses. I remember when I was in the south of Spain and driving through the planting areas it was almost impossible to breathe because the air was filled with the ugly smell of chemistry. But not so in Turkey! I hope that´s because they don´t use… that much at least!

Well, all in all I had a fantastic time also here in Turkey and not only because of beautiful landscape but also for some incredible good people I met. Thank`s to all of you and I really hope to see you again one day! Take good care of yourself, have a good time and summer and see you!

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Auf die Fähre,…

…fertig, los! Wider meiner Erwartung bin ich gestern doch noch bis Tasucu gekommen. Hier ist die nächste Gelegenheit, eine Fähre nach Zypern zu bekommen. Doch: „Today, no ferry!“ haben die mir gestern Abend bei meiner Ankunft gesagt. Und: „Tomorrow? Tomorrow, no ferry!“

Aber heute Nacht! He, he, heute um Mitternacht geht´s auf die schöne Insel! Ich freue mich und verbummle den Tag am Hafen und auf dem hübschen Dachrestaurant mit Blick auf meine Fähre. Und ich verabschiede mich von einem traumhaften Monat hier in der wunderbaren Türkei, die ich unbedingt wieder besuchen muss, wenn ich dann mal richtig Zeit habe!

 

Tasucu (warten auf die Fähre)

 

 

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107_Heiß!

Unausgeschlafen, bergauf und heiß – wir haben´s sozusagen mit einer Idealkonstellation für Radler zu tun! Wer mir heute noch erzählen will, dass Radfahren die totale Entspannung ist, kann mit Verlaub nicht ganz klar im Kopf sein: Wie gesagt, um Sieben war die Nacht mehr als vorbei – die Sonne ist gnadenlos! Also raus aus dem Zelt. Aber wenn man sich dann nicht sofort langärmlig anzieht, brutzelt sie einen innerhalb von Zwanzig Minuten knusprig hellbraun (bis feuerrot). Lange Ärmel? Da hilft nur noch Fahrtwind zur Kühlung.

Es geht bergauf. Kein Fahrtwind also. Ich schiebe. Es hat Sechsundzwanzig Grad morgens früh um Neun! Und das steigert sich auf gute Sechsunddreißig um Zehn und Zweiundvierzig um Zwölf. Da bleibt das Thermometer endlich stehen. Aber halt für die nächsten Vier Stunden!

Schatten auf der Straße? Fehlanzeige. Das schwarze Bitumen köchelt an den Stellen, an denen der Oberbelag schon abgefahren worden ist, munter weiter. Die Straße flimmert mir eine heiße Luft entgegen, die sich ungefähr so leicht einatmen lässt wie Semmelbrösel. Ich rette mich an ein Café am Straßenrand, trinke kalte Fanta und da schreibt mir Luca, der Radfahrer aus der Schweiz nach langer Zeit eine sms mit den rettenden Worte: Durchhalten Angi, Winter is coming soon!

Danke Luca! : )

 

Tasucu (Hotel Fatih)

Tages-Km: 65,66km / -Zeit: 4:51h / -Höhenmeter: 1.001m

Gesamt-Km: 6.446km / -Zeit: 443:30h / -Höhenmeter: 59.030 / 42° C

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106_Einfach nur schlafen

Wer es aufmerksam mitverfolgt hat, weiß: Ich habe seit Antalya kaum eine Nacht gehabt, in der ich mich richtig entspannen und tief schlafen hätte können: Einmal schlafe ich hinter einer Tankstelle an der Schnellstraße nach Alanya, dann in Alanya angekommen habe ich zwar ein tolles Hotel, aber wider allen meinen sonstigen Erfahrungen ist der Kaffee dort so stark, dass ich bis um halb Drei nicht einschlafen kann. Dann die Gurkennacht und die Spannernacht, in der die jungen Kerle wie gesagt erst mal das Wochenende anfeierten: Also alle Autotüren auf, Mucke auf volle Dröhnung, Feuerwerk, Flaschengeklimper, Motor auf Achttausend Umdrehungen jagen, u.s.w. Ich brauche dringend Schlaf! Denn die Sonne jagt mich hier um Sieben spätestens wieder aus dem Zelt.

Ich beschließe also kurzerhand, es für heute nicht mehr zu übertreiben und mir schon jetzt einen Nachtplatz zu suchen. Ich bin zwar mitten in Aydincik, doch am Ende sehe ich einen Touristenstrand. Dort kann ich vielleicht im Garten der Hotelanlage pennen. Das wäre auch zur Abwechslung mal sicher und gut für die Tiefenentspannung…

Doch schon vorher stellt mir das Glück ein Bein und nach nicht einmal Fünfhundert Metern ist da ein Camping, Restaurant, Motel-Schild. Ich biege ab. „No camping, Pansyon!“ höre ich gute Fünf Mal. Dann gebe ich es auf und will weiter zu meinem Strand. Doch dann kommt im letzten Moment der Mann von der Rezeption und sagt: „Komm!“ Wir gehen ein Stück die Anlage hinunter und schließlich sagt er mir im Garten eines seiner Ferienhäuschen: „Hier kannst du campen.“ Und zwar für umsonst.

Ich kann mein Glück nicht fassen! Total gerädert schlage ich mein Zelt auf und muss mich gleich hinlegen. Herrlich, diese Idylle! Vor mir plätschert nur ganz seelenruhig das Meer vor sich hin. Ich döse ein und mein letzter Gedanke war noch: „Was kommt wohl heute Nacht?“

Wahlkampf! Die Lautsprecher sind wieder auf Anschlag gedreht und ich stehe mit türkischer Musik, regelmäßig eingespielten Werbetrommelreden und Hupkonzerten bis mindestens Mitternacht senkrecht im Zelt…

Bitte, lasst mich doch einmal wenigstens in Ruhe schlafen – einfach nur schlafen!

 

Aydincik (Zelt)

Tages-Km: 65,09km / -Zeit: 4:30h / -Höhenmeter: 671m

Gesamt-Km: 6.381km / -Zeit: 438:39h/ -Höhenmeter: 58.028

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105_Gratwanderung

Die Gurkenaktion gestern Nacht war zwar schon ein bisschen fraglich, aber auch noch ganz amüsant. Aber ich stelle mehr und mehr fest, wie schmal der Grat zwischen Belustigung und Belästigung tatsächlich wird, je weiter man Richtung Osten fährt und vor allem je weiter weg man von touristischen Gebieten kommt. Die Leute scheinen den Anblick von blonden, weißhäutigen Frauen tatsächlich nicht gewöhnt zu sein. Und dementsprechend starren sie mich an. Vor allem die Männer.

Manche sind dann aber ganz offen, pfeifen mir nach, rufen mir ein begeistertes „Merhaba!“ oder „Hello!“ zu oder winken mit wilden Armen. Das finde ich toll! Dann kann ich auch entsprechend reagieren und entweder zurückgrüßen oder winken oder fuchteln oder klingeln. So macht´s richtig Spaß. Aber wie geht man denn damit um, wenn sich von hinten langsam ein Mofa nähert und bewusst erst mal nicht überholt. Ich kann das mit meinem neuen Rückspiegel nun ganz gut beobachten… Dann fährt das Mofa mit den zwei Halbwüchsigen heran und wir fahren nebeneinander her. Aber kein Wort! Kein Gruß und keine Frage (wie z.B. das berühmte „wo kommst du her?“ oder auf Englisch: „Where?“). Sie glotzen beide einfach nur und sagen nichts. Was sind denn das für Manieren? Da kann doch nicht die Sprache die Barriere sein, wenn schon Kleinkinder mir vom Fenster ein schallendes „Hello, hello!“ zuquieken. Oder dass sie wenigstens in Ihrer eigenen Sprache ein „Hallo“ sagen… Ist das denn wirklich zu viel erwartet?

Das passiert mir jetzt eigentlich täglich. Gestern Abend zum Beispiel hatte ich mir einen schönen Zeltplatz auf der mittlerweile gesperrten und über und über zugewachsenen alten Küstenstraße gesichert. Kein Dorf, keine Bewohner, nur die alte und die neue Straße. Ich aß erst ein paar Nüsschen, bevor ich meine Sachen auspacken wollte, schon schleicht da so eine Gestalt mit Wollsocken und Ledersandalen durch´s Gebüsch: Kräutersammeln. Ja, ja, genau! Auch der ging, als ich ihn hinter mir entdeckt hatte, ganz auffällig unauffällig und superlässig im Extrem-Schlendergang an mir vorbei, sagte aber keinen Ton! Dann pflückte er zur Tarnung ein paar rosa Blümchen, doch beim nächsten Mal als ich ihn sah, hatte er weder Kräuter, noch Blätter noch Blümchen in der Hand. Es ist einfach das pure Gaffen, das ihn angetrieben hat! Doch ich frage mich, wie der mich gefunden hat? An diese Stelle konnte man mit dem Auto nicht hinfahren! Er hätte mich im Vorbeifahren von der neuen Straße aus gut sehen können, das ja. Aber dann hätte er umgehend reagieren müssen, in die alte Straße abbiegen und den Rest zu Fuß gehen müssen. Doch er hatte kein Auto dabei. Es blieb wirklich nur die Möglichkeit, dass er von der letzten Teestation gut einen Kilometer zurück an der neuen Straße war. Dort hatte er mich vielleicht vorbeifahren sehen, mir nachgeguckt und dann gesehen, wie ich abbiege. Dann den Kräuterweiblein-Look aufgelegt und nix wie hinterher, dieser Notbock!

Ich hatte daraufhin den Platz gewechselt und blieb auf so einer Art Stadtbalkon vor Anamur. Undgern, denn dort war eigentlich mit nächtlichen Besuchern zu rechnen; das verrieten mir die zerschlagenen Bierflaschen. Und so kam´s auch. Doch wie mein Gefühl es eingeschätzt hatte, blieb es bei halbstarken Jungs, die hier ihr Samstagabend-Bierchen zischten, ein kleines Feuerwerk zündeten und Karaoke sangen… Doch am Morgen schlich doch nicht schon wieder so ein geiler Sack um´s Zelt! Einmal sehe ich ihn oberhalb im Gebüsch, einmal unterhalb vom Zelt. Und als ich ihn oberhalb entdeckt und lautstark begrüßt hatte, geht auch er mit seinem weißen Trainingsanzug an mir vorbei ohne ein Wort des Grußes. Ein paar Dehnübungen deutete er an, sogut es seine Bierwampe eben zuließ… Dann war kurz Ruhe, doch es hätte mich schon sehr gewundert, wenn er tatsächlich gegangen wäre. Ich hörte es ungefähr Fünf Minuten lang knistern auf dem Waldboden. Dann drehte ich mich doch mal wieder um und prompt sah ich seinen weißen Drallranzen hinter einem Baum hervorlugen. Ich winkte ihm mit freundlichem Lächeln zu. Und er winkte nur frustriert ab und verzog sich wieder. Meine Güte, wenn ein Tag schon so beginnt! Mein Instinkt ordnet diese Typen eigentlich kaum als gefährlich ein. Aber lästig sind sie schon auf Dauer!

Aber dann sind da natürlich auch die tollen Momente: Ein kleiner Gemüselaster rast von hinten an, es pfeift jemand mit astreinem, schrillen Sound von der Ladefläche und im Vorbeifahren hupt vorne der Fahrer und hinten jubelt mir eine Frau mit Kopftuch zu – sie war es, die gepfiffen hat! Oder wenn ein vorbeibrausender Roller plötzlich drei Arme in die Luft wirft, die Frau, die hinten sitzt, sich zu mir umdreht und mir mit strahlendem Gesicht einen `Daumen hoch` gibt. Das fühlt sich wirklich gut an!

 

Anamur (Zelt)

Tages-Km: 57,93km / -Zeit: 5:03h / -Höhenmeter: 1.215m

Gesamt-Km: 6.316km / -Zeit: 43:08h/ -Höhenmeter: 57.356

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104_Wanna cucumber, wanna f…?

Yesterday night again I had a male visit. But this time not as dangerous as last time.

I was already sleeping when suddenly I heard a “Hello?” from outside. First I didn´t answer, but when I heard the next “Hello,…hello?” I quickly opened my tent before he was standing inside without knocking anymore. I saw a torchlight and legs, then he sat down in front of my tent and offered me something. I took his torch to see what it was. A small, green, fresh cucumber. And when I checked his face to see what type he was I saw that not dangerous but horny smile. “Oh, thank you”, I said, took the cucumber and put it next to the tomatoes I found on the street.

But that was not what he wanted and within some seconds I found myself in the middle of a nice midnight auction: 2, 3, 4, 5 cucumbers for a sweet little one-night-stand with a blond german cycling girl! Who`s offering more? Come on, don´t be shy…

…we also take potatoes!

 

Irgendwo 20km hinter Gazipasa (Zelt)

Tages-Km: 65,07km / -Zeit: 4:08h / -Höhenmeter: 430m

Gesamt-Km: 6.258km / -Zeit: 429:05h/ -Höhenmeter: 55.141

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104_Gurkenhobel

Die Strecke wurde wieder weniger touristisch. Während zwischen Antalya und Alanya gigantmanische Hotelanlagen immer wieder punktuell in der ansonsten wild bewuchterten Region auftauchen, wurde es gestern nach und nach wieder türkisch: Bananeplantagen, Getreidefelder, Gewächshäuser mit reifen Tomaten und immer wieder seelenruhige Küstenstrecke. Schön zu fahren, aber schwierig ein Schlafplätzchen zu erwischen, denn rechts geht’s runter, links geht’s rauf. Ohne Übergangszone!

Ich nutzte die Chance, als sich gerade zum Feierabend eine kleine, grasbewachsene und einigermaßen ebene (was nicht bedeutet „plane“!) Bucht auftat. Sie war zwar für die Autofahrer von der einen Seite gut einsehbar, aber mein Bauchgefühl hatte heute nicht angeschlagen. Also blieb ich und genoss den Sonnenuntergang mit frischem Salat. Das ist wie im Schlaraffenland hier: Die großen, vollgeladenen LKW verlieren tröpfchenweise ihre Ladung. Und ich sammle ihnen wieder hinterher. So habe ich mittlerweile einen ganzen Sack voller reifer Tomaten!

Ich legte mich früh hin und freute mich über meine neue, gemütliche Matte, die all die ungemütlichen Steinbrocken und Erdklumpen perfekt ausglich. Doch es kam, wie es eigentlich kommen musste, wenn ein Abend zu entspannend und friedlich zu werden droht: Besuch! „Hello?“ – [ich antwortete erst mal nicht] „Hello? … HELLO?“ – „Hello“, sagte ich. „HELLO!! HELLO!!! MERHABA,MERHABA!!!“, brach es von draußen freudig herein. Ich riß lieber schnell den Reißverschluss auf, bevor mir der Typ `mit samt der Tür ins Haus fiel`.

Er funzelte ein bisschen mit seiner Taschenlampe herum. Dann kniete er sich vor mein Zelt und streckte mir eine Hand entgegen. Wir begrüßten uns mit Handschlag. Dann kramte er etwas aus seiner hinteren Hosentasche und streckte mir wieder die Hand entgegen. Ich nahm seine Taschenlampe und leuchtete sie an, um zu sehen, was er mir da anbot: Eine kleine, knackige Salatgurke! Dann leuchtete ich ihm ins Gesicht – wollte schon sehen, wie der aussah: Ungefährlich. Und schüchtern! So zumindest sein Blick. Schüchtern aber irgendwie erwartungsvoll. Und dieser Blick fragte mich jetzt stumm: „Und? Wollen wir jetzt vögeln?“ Ich sagte: „Oh, wow, das hat mir noch gefehlt! Den ganzen Tag habe ich schon Lust drauf. Vielen Dank!“ Und ich packte sein Gürkchen und legte es vor mir ins Zelt zu den anderen Brotzeitsachen.

Dann wanderten seine Augenbrauen zusammen, er überlegte kurz. Der glaubte wohl, ich hätte da etwas nicht verstanden. Dann erhob er sich wieder um ein paar Zentimeter und holte wieder etwas aus seiner Hosentaschen hervor. Noch eine Gurke! Und jetzt wandelte sich sein Blick wieder in den ursprünglichen: Erwartungsvoll. Aha, das war also eine Art Verdoppelung des Angebots (die Diskussion über meinen derzeitigen Marktwert möchte ich an dieser Stelle nicht vertiefen, bitte!). Doch wieder lehnte ich dankend ab. Die Gurke nahm ich aber!

Dann ging die Verhandlung in die finale Runde: Ernste, zusammengezogene Augenbrauen, kurzer Blick zur Seite und ein tiefer Atemzug, er erhob sich wieder und: Tam…tam…tam, tam, tam! Wie aus einem Ballautomaten beim Tennistraining hagelte mir das grüne Gemüse nur so entgegen! Das war wohl sein letztes Angebot – alles auf eine Karte! Und obendrein wieder die Glitzeraugen. Da konnte ich einfach nicht anders…

„Good bye!“, sagte ich, winkte und erklärte ihm mit einem strengen Zeigefinger auf meine immaginäre Armbanduhr deutend, dass ich jetzt wirklich schlafen müsste! Dann zog ich in einem Zug den Reißverschluss zu, denn auch mein bestes Sonntagsenglisch hätte in diesem Moment nicht überzeugender sein können.

Da versprühte es draußen noch den letzten, den allerletzten Funken Hoffnung: „Kiss, kiss!“ Doch auch der verglimmte `unerhört` im Nachthimmel. Also was ist das nur? Da stromert der mitten in der Nacht um mein Zelt, holt mich aus dem Schlaf und meint doch nicht tatsächlich, dass da was laufen könnte? Wie kann man denn bitteschön so dermaßen selbstsicher sein? Aber wozu dann noch die Gurken? Die hätte er sich doch dann auch noch sparen können…

Ja vielleicht wollte er auch einfach nur freundlich sein und mir ein bisschen gesunde Nahrung direkt vom Erzeuger schenken? …das meint ihr doch nicht im Ernst? Das hätte er ja auch tun können, als es noch hell war! Aber sobald die Nacht anbricht, ist ja wohl eins sternenklar: Es geht niemals um die Gurke! Zumindest nicht um die essbare, die grüne, die kleine. Sondern immer nur um seine!

 

Irgendwo 20km hinter Gazipasa (Zelt)

Tages-Km: 65,07km / -Zeit: 4:08h / -Höhenmeter: 430m

Gesamt-Km: 6.258km / -Zeit: 429:05h/ -Höhenmeter: 55.141

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103_No Ferry today

After 100km today I arrived in Alanya where I was supposed to jump on the ferryboat to Cyprus. But: The connection Alanya – Girne (Cyprus) has been closed two years ago already. Next chance to go to this Island will be Silifke which is about 300km more East! So…today I won about 4 more days here in Turkey.

But not only that! I had an incredibly good experience with Turkish Policeofficer: He was the passport control officer at the Ferryboat station and explained in an extraordinary gentle and patient way what were the facts about the ferryboat. And as he felt too bad to not have any better news for me he wanted to help me by organising a cheap place to sleep for me.

I followed his instructions and arrived easily, but as I had done 100km I wished the hotel had a nice pool where I could end the day. So I decided to continue in order to find a place a bit nearer to the water. But not necessary!

As soon as I was back on the main road there was Evren to stop me. He himself loves travelling with a bike and immediately asked me if he could offer me any help. Well, I would need a hotel and I would like one with a pool or beach… Ok, just follow me! And some minutes later we arrived at a really nice place – 125 Turkisch Lira the night for a single room, by far not affordable at the moment! “Don´t worry”, he said to me with his tired and crying doughter on his arm. “I´ll ask them to give it for a good price to you!” Ok, I thought, the good price he mentioned was really a good price! But I couldn´t imagine how he would arrive there! But I gave the whole negotiation into his hands…

The receptionist listened to him, then picked up the phone, called the manager of the hotel, talked back to Evren, and with the manager again. I didn´t understand a word! But finally he hung up, looked at me, waiting for something obviously… “Your passport please!” And I was in. Dinner and Breakfast included! All I have to do is to recommend this place in my blog – and that´s what I can really do: Most delicious Kebap for Dinner, amazing Turkish dancing Show and after that an enormously comfortable bed!

You supported the idea that someone comes from Germany to Turkey by bike with a really fantastic offer: Thank you, very, very much, OBA TiME HOTEL! You are great! And I am safe tonight!

www.obatimehotel.com

 

Alanya (OBA Time Hotel)

Tages-Km: 100,91km / -Zeit: 5:06h / -Höhenmeter: 339m

Gesamt-Km: 6.193km / -Zeit: 424:57h/ -Höhenmeter: 55.710m

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103_Heute leider keine Fähre

Heute wollte ich bis kurz vor Alanya kommen, um morgen von dort aus die Fähre nach Zypern zu erwischen. Das hieß: Möglichst früh dort sein, falls nur eine gehen sollte und das möglicherweise schon früh am Tag. Ich kam gut voran und nach Sechzig Kilometern war´s grad so gegen Zwei Uhr am Nachmittag: Heiß also! Da kam mir der kleine Touristenspot gerade recht und ich legte mich dort für knappe zwei Stündchen in einen künftigen Massagepavillon in den Schatten. Herrlich! Doch das Wiederaufstehen ist genauso leicht wie jeden Morgen…

Ich schleppte mich erst mal in ein Strandcafé um eine Tasse Wachmacher zu schlürfen. Und da erfuhr ich ganz nebenbei: Die Fähre nach Zypern geht tatsächlich nur einmal am Tag und das schon um Acht in der Früh! Na gut, dann muss ich heute noch nach Alanya. Dreißig, Fünfundreißig Kilometer etwa, das ging noch locker. Es war gerade kurz nach Vier.

Um sechs war ich mitten im Touristengewühle. Doch weit und breit kein Fährhafen. Ich zog mein Handy raus und ließ mich ein bisschen lotsen. Es führte mich zwar zu einem weiteren Hafen mit vielen abenteuerlichen Piratenschiffen wie in Antalya, doch von einer richtigen Bootsanlegestelle keine Spur. Geschweige denn eine Beschilderung auf der Straße! Ich beschloss, ganz ans eine Ende der Hafenmole zu fahren und mich von dort aus vorwärts zu fragen. Doch das war gar nicht nötig. Denn gerade dort am äußersten Ende der Bucht erwartete mich tatsächlich eine Art Fährhafen. Mit einem unheimlich freundlichen Passkontroll-Polizisten, der mir in perfektem Englisch erklärte, dass die Fähre seit Zwei Jahren abgeschafft ist! Tja, geht´s also schon los! Der nächste Fährhafen liegt knappe Dreihundert Kilometer weiter östlich. Das sind für mich bei den zu erwartenden Bergaufstrecken gute Vier Tage. Aber erst ein Hotel hier in Alanya.

Der Polizist war unglaublich! Er hatte sich so begeistert für meine Reise, dass es ihm furchtbar leid tat, mir keine Fähre anbieten zu können. Da trommelte er ein paar Kollegen zusammen, die mir ein günstiges Hotel empfehlen sollten. Dann beschrieb er mir haargenau den Weg und wollte noch unbedingt meine Blogadresse wissen.

Leider war das Hotel ein bisschen zu günstig…wenn ich schon mal „gut“ schlafe, möchte ich eigentlich auch gerne gut schlafen. Ich beschloss also, weiterzusuchen. Und da rief mir auch schon einer nach: „Hey!“ Es war Evren, auch auf dem Fahrrad unterwegs, seine kleine Tochter hinten auf dem Sitzer und ebenfalls begeisterter Langstreckenradler. Er fragte mich, ob er mir irgendetwas Gutes tun könne, ob ich Hilfe bräuchte…Ein Hotel!

Er steuerte voraus und ganz zielstrebig in ein nettes 4Sterne Häuschen. Die Nacht kostete Hunderfünfundzwanzig Türkische Lira – etwas über Vierzig Euro. So sprach´s die Tafel hinter dem Rezeptionstresen. Doch er meinte nur: Ich will, dass die dir das für Fünfundzwanzig geben. Aha, wie er das anstellen will? Na, lassen wir ihn mal machen. Der Rezeptionist greift kurz darauf zum Hörer, spricht abwechselnd mit dem Hotelmanager und wieder mit Evren, dann legt er auf, schaut mich an und meint nach einem kurzen Moment des Innehaltens: Passport please! …Abendessen und Frühstück inklusive! ; )

www.obatimehotel.com

 

Alanya (OBA Time Hotel)

Tages-Km: 100,91km / -Zeit: 5:06h / -Höhenmeter: 339m

Gesamt-Km: 6.193km / -Zeit: 424:57h/ -Höhenmeter: 55.710m

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102_Teppichwelt

Es ist einfach zu schön, um es euch nicht doch noch zu erzählen: Also eine Geschichte zu Antalya!

Am ersten Tag machten Margarethe und ich gemütlich Frühstück auf der Dachterrasse, dann schlenderten wir im Rentnertrott Richtung Altstadt. Vorbei an einer traumhaft tollen Lederjacke, die dort im Schaufenster stand und mich schon fast in den Laden gezogen hätte. Doch nicht nötig, denn schon kam einer raus und begann zu verhandeln… Ich konnte doch nicht nach Zehn Gehminuten schon ins erste Geschäft abbiegen, also lehnte ich dankend für das gute Angebot ab und wir steuerten Richtung Hafen.

Nach einer flotten Bootsfahrt entdeckten wir ein sagenhaft schönes Teppichhaus. Diesmal musste ich einfach rein. Ich bin zwar eigentlich ein Teppichbanuse, aber dafür ein schöne-Räume-Fetischist. Und diesem dreidimensionalen Luftquadrat mit den eisenbeschlagenen Holztüren und dem funkelnden Kronleuchter im Schwerpunkt konnte ich nicht widerstehen. Wir gaben gleich von Anfang an zu, dass wir hier nichts kaufen werden, aber trotzdem haben wir dort bestimmt über eine Stunde verbracht, uns ein paar Grundkenntnisse über Teppiche und mehrere Apfeltees reingezogen. Wusstet ihr zum Beispiel, dass die Türkei für ihre handgeknüpften Seidenteppiche weltbekannt und berühmt ist? Und als Kenner weiß man auch, dass dagegen die Perserteppiche nur den kommerzialisierten, maschinell hergestellten Marktanteil abdecken. Na jedenfalls habe ich mich so halb für den Tag unserer Rückkehr nach Antalya mit Mustafa zum Abendessen verabredet.

Es kam allerdings nicht dazu, weil ich viel zu müde von unserem Aktivurlaub und der Autofahrt war. Aber egal, ich hatte ja überraschend noch ein paar Tage in Antalya zu verbringen: Meine Mama war nämlich schon unterwegs um mir das verspätete Päckchen doch noch nachzubringen. Es würde schon noch eine Möglichkeit geben, mich dort nochmal blicken zu lassen. Stattdessen stromerte ich an diesem Abend wieder ein ungeduldig im Zimmer auf und ab und hoffte, dass Mama bald endlich eintrudeln würde – es ging ja auch schon auf Zehn zu! Dann endlich, sie war da und sie war hungrig.

Wir zogen Richtung Altstadt, vorbei an der Lederjacke, ich schaute hinein, einer kam raus und wieder konnte ich seiner Einladung nicht folgen: Zuerst müssen wir was essen!

Zwei Tage später: Stadtbummel. Wir kamen zufällig vorbei am Teppichhaus. Doch Mustafa war nicht da, freier Tag heute. Also ließ ich seinem Erstgehilfen ausrichten, ich schaue morgen nochmal vorbei. Da wäre dann Mama schon im Flieger und ich hätte mehr Zeit für einen Apfeltee und vielleicht sogar auch ein Abendessen, wenn das Angebot noch stand.

Dann hatschten wir weiter. Ich suchte noch ein kleines, feines Tüchlein, das ich mir um die Haare binden konnte, damit sie mir nicht so verbrennen in der Sonne. Wir wurden zu Yilmaz geschickt. Doch der hatte einen rabenschwarzen Tag! Wie sollte er denn zu Brot und Wasser für die Familie kommen? Alle wollten nur schauen, aber keiner wollte was kaufen. Ich auch nicht. Denn er zeigte mir von Schals über Kopf- und Leintücher jede erdenkliche Größe, doch mir war alles zu groß. Das kapierte er nur nicht. Er dachte, es wäre mir zu teuer. Da sagte er schließlich: „Ich schenke dir das Tuch jetzt. Nimm´s und vielleicht gehst du dann einfach mit deiner Mutter weiter die Straße rauf…!“ Doch gut, dass ich an diesem Tag geduldiger war als er. So erklärte ich ihm genau meine Situation, damit er endlich verstand und wir verabschiedeten uns mit einer festen Umarmung und er meinte: „Jetzt könnte ich grad losheulen.“

Dann zurück zur Lederjacke. Ich wollte sie wenigstens einmal anprobieren und wissen, wie geil das Teil aussieht, das ich mir im Moment nicht leisten kann. Wir verbrachten auch hier bestimmt eine Stunde, tranken Apfel-, Zimt- und Schwarztee und kauften sie am Ende doch. Und auch noch eine für Mama. Und als alles eingepackt war: Streikte meine Kreditkarte. Klar, ich hatte ja ein Tageslimit eingerichtet. Nur das vergesse ich immer, wenn ich Lederjacken kaufe! Doch spätestens ab jetzt kennt einer die halbe Lebensgeschichte von Mama (bis ich alle Automaten der Stadt erfolglos abgeklappert hatte) mit unserer vorübergehenden Zahlungsunfähigkeit werden wir uns wohl für immer in deren Gedächtnis eingebrannt haben.

Nächster Tag: Packen. Doch Mist! Da hat einer einen Lederhandschuh zu den Jacken hineingelegt. Also nochmal hin, Handschuh zurück, Apfeltee, wieder heim.

Dann war Mama schon wieder auf dem Heimweg. Ich bereite mein Rad vor und wollte dann folgendes Programm abwickeln: Ein Spaß-Brot kaufen für Yilmaz und mich nochmal bei ihm verabschieden. Dann zum Teehändler und seinem Nachbarn, dem Jacken- und Hosenladen, mich dort verabschieden. Dann wie versprochen zum Teppichmann, mich zum Abendessen einladen lassen. Und morgen Früh bei den Lederjackenjungs vorbeischauen, einen Apfeltee trinken und auch dort Goodbye sagen. Doch wie immer kam alles anders:

Auf dem Weg zum Brot kam ich schon an den Lederjacken vorbei. Nein, eben nicht kam ich vorbei! Und nach dem dritten Apfeltee und sogar einem Kaffee fragte mich Mustafa (ja, ja, der hieß auch so!), ob ich nicht mit ihm was trinken gehen wollte. Es war wirklich lustig mit ihm, also sagte ich zu. Obwohl es mir für den Teehändler, den Jacken- und Hosenmann und vor allem Yilmaz und sein Überraschungsbrot leid tat. Die würde ich damit nämlich nicht mehr sehen. Nur zum Teppichhaus könnte ich vielleicht auch morgen früh noch gehen…

Aber jetzt erst mal den Abend genießen. Wir gingen zu einem äußerst netten Lokal mit freiem Blick über die Altstadt und das Meer. Mustafa begrüßte den ersten Kellner mit Küsschen links, Küsschen rechts. Ein Cousin, erklärte er mir. Aha. Dann setzten wir uns. Ein zweiter Kellner kam, Küsschen links, Küsschen rechts. Ein Cousin, erklärte er mir. Aha. „Ja ich hab dir doch gesagt, unsere Familie ist groß!“ Dann kam der Besitzer, Küsschen…. Ein Cousin. Klar! Dann kamen die anderen beiden Jungs aus dem Laden dazu. Sie waren übrigens ein… ganz genau! Ein Cousin und ein Großcousin von Mustafa.

Es war ein saulustiger Abend mit den dreien. Also ging ich am nächsten Morgen nochmal schnell hin und sagte endgültig „Auf Wiedersehen!“. Dann noch schnell zum Teppichhaus, mich bei Mustafa (dem Anderen) für das gestrige Fernbleiben entschuldigen und mich auch dort zu verabschieden. Doch ich war zu früh. Mustafa war noch nicht da. Dafür Yilmaz! Der Tuch(nicht)verkäufer. Damit hätte ich niemals gerechnet. Er sprang auf, freute sich, mich zu sehen und umarmte mich herzlich. Und ich freute mich auch, dass ich ihn jetzt doch nochmal sah. Auch, wenn ich sein Fladenbrot jetzt nicht dabei hatte. Aber ich wunderte mich auch, ihn hier zu treffen. Dann erklärte er mir: Ja ich bin doch der Onkel vom Erstgehilfen! Und wenn bei mir im Laden nichts los ist, komme ich immer her, ihn zu besuchen… (ob sich da nicht schon ein weiterer Scheißtag anbahnte?)

Jetzt fehlte nur noch einer: Der Teppich-Mustafa. Und als er endlich eintröpfelte, erzählte ich ihm ganz aufgeregt von meiner Überraschungsbegegnung mit Yilmaz und meinte nur, dass die ganze Stadt wohl verstrickt und miteinander verknüpft sei, wie ein riesiger, türkischer Teppich. „Ja klar“, meinte er, „unserer Familie gehört auch die halbe Altstadt. Wir haben zwei Jackenläden, einen Taschenladen, eine Teppichladen, den Tuchladen, …“ Moment, unterbrach ich ihn. Zwei Jackenläden? Dann kennst du bestimmt auch die drei Jungs hier: Und ich zeigte ihm unser Abschiedsfoto.

Klar, das ist mein Cousin!

 

Serik (Zelt)

Tages-Km: 67,62km / -Zeit: 3:54h / -Höhenmeter: 180m

Gesamt-Km: 6.092km / -Zeit: 419:50h/ -Höhenmeter: 55.371m

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