Wo ich herkomme

Meine Leitfrage für diese Rubrik lautete: Wo komme ich her? Und damit auch: Wer bin ich? Aber wie lautet denn bitteschön die Antwort?

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Nun, denjenigen, die mich bereits kennen – was soll ich sagen? Hallo ihr Lieben, ich bin´s. Eure Angi! Schön, dass ihr hier seid!

 

Den noch unbekannten Besuchern und darunter den Expresslesern würde ich vielleicht sagen:                                                                                       Angela Buhl, 32, Allgäuerin, Architektin…und jetzt dann mal weg!

 

Und all denen, die mich auf meiner Reise begleiten und dabei noch ein bisschen näher kennenlernen wollen, gebe ich vielleicht folgenden Einstieg:

Ich bin also vor ca. dreißig Jahren hier im Allgäu auf die Welt gekommen. Die ersten zehn davon waren Bombe! Wir waren in einem kleinen – einem echt kleinen – Dörfchen daheim. Wir? Papa, Mama, Schwester, Bruder, Oma, Opa, Onkel, Enten, Katzen, Hasen, (Mäuse). Füchse auch, klar. Zum Gute-Nacht-Sagen! Daheim? Ein rund zweihundert Jahre altes Bauernhaus, holzig und knarzig und die Räume aufgeteilt, angeordnet und dimensioniert, wie das eben früher so üblich war, vor zweihundert Jahren: Futter, Viecher, Bauernschaft (von West nach Ost). Das entsprach ganz klassisch der Wärmeschutzverordnung von damals: Das Heu zur Wetterseite, das wärmespendende Vieh in die Mitte und im angrenzenden Wohnteil setzten sich am besten alle Hausbewohner auf einen großen, engen Haufen, wenn sie die Zugluft von Osten nicht so stark durch die Ritzen spüren und es ein bisschen warm haben wollten. Keine Zentralheizung, dafür Winterfenster mit Eisblumen dran. Ja, so war das. Fünf Leute in zwei Räumen – eine Stube (warm, meistens) und ein Schlafzimmer (a…kalt, meistens). Nicht immer leicht! Aber auch wenn´s eng war eine Erfahrung, die ich nie im Leben missen möchte!

Jedenfalls hat mich das wohl dazu bewegt, bei jeder Gelegenheit draußen zu sein. Und da war`s märchenhaft schön: Saftig grün (im Sommer) und blendend weiß (im Winter) und hellblau (Himmel in Bayern). Ja, und irgendwann habe ich dort in der schönen Idylle – natürlich, es gab auch eine Straße! – das Fahrradfahren für mich entdeckt. Und Papa seine Liebe zum Dauerlauf…

 

Dann kamen die nächsten zehn Jahre: Schulzeit. Und irgendwie war plötzlich keine Zeit mehr, mit den anderen im Dorf Fußball zu spielen, im Wald bis spät in die Nacht hinein Hütten zu bauen und für unser heißgeliebtes „Weagele-Fangkus“ im kniehohen Schnee die Pfade zu trampeln. Ich saß eigentlich die ganze Zeit nur an irgendwelchen Schreib-, Schul- und Küchentischen und machte brav meine Hausaufgaben.

 

Dann, mit Anfang zwanzig, der große Wechsel: Von nun an saß ich nur noch an Hörsaal-, Zeichen- und Bürotischen. Und? Und machte brav meine Hausaufgaben.

 

Und jetzt? Ja,… Jetzt hat´s mich eben gepackt. Jetzt muss ich mal kurz raus. Ein bisschen frische Luft schnappen, ein bisschen spielen!

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